Düsseldorfer Rat schränkt Airbnb stark ein

AirBnB - Zimmervermittlung

Düsseldorfer Rat schränkt Airbnb stark ein

  • Rat verbietet kommerzielle Vermietung von Ferienwohnungen
  • Bei Verstoß drohen bis zu 50.000 Euro Bußgeld
  • Düsseldorfer Wohnungsmarkt soll entlastet werden

Der Düsseldorfer Stadtrat hat am Donnerstag (29.08.2019) die kommerzielle Vermietung von Ferienwohnungen über Anbieter wie Airbnb verboten. Dafür hat der Rat eine entsprechende Wohnraumschutzsatzung verabschiedet.

Eine kommerzielle Zimmervermietung liegt dann vor, wenn der Wohnraum häufig kurzzeitig vermietet wird und damit mehr Geld als durch eine reguläre Miete verdient wird. Solche Vermietungen sind in Zukunft nun grundsätzlich verboten, Sondergenehmigungen sollen aber möglich sein.

Bis zu 50.000 Euro Bußgeld

Außerdem sollen laut der neuen Satzung Wohnungen nicht länger als sechs Monate leer stehen dürfen. Bei einer Sanierung wird die Frist auf ein Jahr verlängert.

Verstöße können mit einem Bußgeld von bis zu 50.000 Euro geahndet werden. Durch die Neuerungen soll der Düsseldorfer Wohnungsmarkt entlastet werden.

Daten, Zahlen und Fakten zum Düsseldorfer Wohnungsmarkt

Einer Studie der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung von 2018 zufolge, fehlen in Düsseldorf insgesamt 43.521 Wohnungen zu günstigen Mieten, damit alle Haushalte mit bezahlbarem Wohnraum versorgt werden können. Neu gebaut wurden im vergangenen Jahr 2.575 Wohnungen. Im Vergleich zum Vorjahr ein Rückgang um acht Prozent.

In Düsseldorf stehen etwa 1,4 Prozent der Wohnungen leer. Wie viele Wohnungen in Düsseldorf über das Online-Portal Airbnb vermietet sind, ist nicht genau zu ermitteln. Laut Medienberichten sind es über 1.300. Politiker der Grünen gehen von 3.000 Wohnungen aus.

Mit 32 neu gebauten Wohnungen je 10.000 Einwohner im vergangenen Jahr liegt Düsseldorf weit hinter allen anderen Großstädten wie Hamburg (58), München (53), Frankfurt (47), Berlin (46) und Köln (36). Das ergab eine Abfrage, die die Deutsche Presse Agentur am Montag, den 26.08.2019 veröffentlichte.

Die Zahl der Obdachlosen ist in Düsseldorf in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. 2018 wurde 4.793 Personen gezählt, 2016 waren es noch 2.389, wie aus der Wohnungsnotfallberichterstattung des Landes Nordrhein-Westfalen hervorgeht.

"Bündnis für bezahlbaren Wohnraum" schreibt Brief an Ratsmitglieder

Das "Bündnis für bezahlbaren Wohnraum" protestiert vor dem Düsseldorfer Rathaus gegen Airbnb.

Das "Bündnis für bezahlbaren Wohnraum" protestiert vor dem Düsseldorfer Rathaus gegen Airbnb.

Das "Bündnis für bezahlbaren Wohnraum" kritisierte in einem offenen Brief an die Ratsmitglieder, dass in Düsseldorf vor allem Wohnungen fehlen, die für Menschen mit niedrigen und mittleren Einkommen bezahlbar sind. Vertreter der Bündnissen demonstrierten auch am Donnerstagmittag mit Transparenten vor dem Rathaus gegen Airbnb.

Mitte August forderte die Bürgerinitiative die Ratsmitglieder auf, die Wohnraumschutzsatzung zu verschärfen. Sie möchte unter anderem, dass auch der bestehende Leerstand und aktuelle Airbnb-Nutzungen erfasst werden. Eine weitere Forderung: dass die Verwaltung der Stadt Düsseldorf ausreichend Personal bekommt, um die Einhaltungen der neuen Regeln zu kontrollieren.

Stand: 29.08.2019, 17:33

Kommentare zum Thema

16 Kommentare

  • 16 Ralf H. 30.08.2019, 19:54 Uhr

    das ist ja mal wieder typisch .... hier darf man ja fast gar nix mehr. Ich kanns ja verstehen, dass man was gegen Leerstand tun will und auch muss ---> das sollte aber die institutionellen Eigentümer und die Vermietgesellschaften betreffen, die mit Leerstand und mit Immobilien spekulieren.... Alle über einen Kamm zu scheren (vor allem Kleinvermieter, die sich für ihre Immobilien doof-gearbeitet haben, halte ich für Sauerei). Wenn die Stadt nichts dran verdienen kann, dürfen es andere auch nicht ? Hauptsache wir bauen noch mehr "Office-Komplexe" oder "Luxus-Quartiere" .... wo ist denn die moralische Verpflichtung der Stadt für bezahlbaren Wohnraum zu sorgen --> dies auf den "Klein-Vermieter" abzuwälzen ist ekelhaft

  • 15 Peter M. 30.08.2019, 13:35 Uhr

    Endlich! Eigentum verpflichtet. Es ist eine Unverschämtheit, dass Leute versuchen immer mehr Geld raus zu holen, obwohl bekannt ist, dass extremer Wohnungsmangel besteht. Diese ganzen Ausreden mit Dreck etc. sind doch nur Ablenkungen davon, dass man einfach nur mehr Geld bekommen will. Man kann heutzutage sich Mieter aussuchen. Was ist mit den Auflagen, die beispielsweise Hotels etc. haben. Wo ist die Konkurrenzfähigkeit? Unglaublich dass die Leute den Hals nicht voll bekommen. Man bekommt schon genug normale Miete.... SUPER- DÜSSELDORF!

    Antworten (1)
    • mapat 30.08.2019, 16:09 Uhr

      Darf ich mal fragen, was sie bereits zum Wohnungsmangel beigetragen haben? Haben sie auch schon Erspartes für Eigentum aufgebracht und dann als bezahlbaren Wohnraum vermietet? Würde mich einfach mal so interessieren. Außerdem frage ich mich noch, wenn die Düsseldorfer Vermieter nur Raffgierige sind, warum wohnen sie hier überhaupt in der Stadt??? Das können sie sich doch auch anders aussuchen oder ?

  • 14 Anonym 30.08.2019, 13:32 Uhr

    Ich dachte hier ist Kapitalismus und freie Markt , aber verboten ist natürlich die leichteste

  • 13 Schmitzens 30.08.2019, 13:23 Uhr

    Wir hatten nur Ärger mit Mietern, Mietrückstand, Lärm, Dreck und eine Rechtsprechung die den Vermieter klar benachteiligt. Soll sich die Stadt doch um Wohnungen bemühen. Aber das LOHNT JA NICHT HAHAHA

  • 12 Super !!! Genau richtig 30.08.2019, 12:50 Uhr

    Endlich greift eine Stadt durch. Diese Art der Vermietung bereichert nur die Eigentümer und nimmt Wohnraum - der dringend nötig wäre-. Außerdem werden Bewohner durch die Urlaubsmieter oft extrem genervt. Ich hoffe, das viele Städt dem Beispiel folgen werden. Danke für den mutigen Schritt!!!

  • 11 A. 30.08.2019, 12:35 Uhr

    Ernsthaft?! Düsseldorf nimmt sich das Recht über mein Eigentum zu bestimmen?? Bekomme ich als Vermieter denn im Gegenzug auch 50.000€ wenn die regulären Mieter die Wohnung wie sau verlassen, die Miete nicht zahlen oder auch trotz Kündigung nicht ausziehen? Wie wird man da noch gleich unterstützt?! Ääääh ...ach ja ...gar nicht...

  • 10 mapat 30.08.2019, 10:49 Uhr

    Also ich muss da ja schon ein wenig schmunzeln, was in der verfehlten Düsseldorfer Stadtpolitik alles so entschieden wird. Ich glaube wir sind mitlerweile an dem Punkt angekommen, wo bald auch noch entschieden wird, wiviel Quadratmeter Wohnzimmer/Person ich pro Qm/Wohnraumfläche maximal haben darf, bevor mir abends noch jemand Fremdes zum Fernsehen mit auf die Couch gesetzt wird. Die Enteignung und Entmündigung der Bürger geht weiter. Leider muss man demnächst den weltweiten Gästen auf z.B. "airbnb" dann auch sagen, dass sie in der weltoffenen Metropole Düsseldorf nicht mehr willkommen sind, außer sie übernachten in der, vor allem in der Messezeit total überteuerten, Hotelgastronomie, da ja hierbei die Stadt selbst finanziell am meisten von profitiert.

  • 9 DUS 29.08.2019, 21:02 Uhr

    Ich bezweifle, dass das Verbieten rechtlich möglich ist, wenn der Eigentümer die Vermietung angemeldet hat und die Einnahmen ordnungsgemäß versteuert. Ob bnb dafür die richtige Plattform ist, kann ich nicht beurteilen. Eine wunderbare Vermehrung bezahlbaren Wohnraums wird es aber so oder so nicht geben.

  • 8 beerwol 29.08.2019, 20:54 Uhr

    Als Eigentümer entscheide ich doch noch was mit meinem Wohnraum passiert oder ist das der Anfang der Enteignung. Soziale Mittel sind in mein Objekt nicht eingeflossen. Ja SPD ,verfehlte Politik und Versäumnisse kann man so nicht wettmachen und Wählerstimmen gibt das auch nicht.

    Antworten (2)
    • Core 29.08.2019, 22:34 Uhr

      Eigentum muss in Deutschland dem Gemeinwohl dienen. Du darfst deshalb eben nicht alles damit machen.

    • beerwol 30.08.2019, 08:47 Uhr

      Da hast Du Recht,dazu ist der soziale Wohnungsbau auch da. Aber das ist nicht meine Aufgabe. Wenn ich eine kleine Einliegerwohnung habe, entscheide immer noch ich wie und ob ich sie überhaupt vermiete.

  • 7 Core 29.08.2019, 20:23 Uhr

    Eine absolut richtige Entscheidung. Damit kann man jetzt auch Airbnb-Wohnraumzweckentfremdende entsprechend melden und so den Entzug von Wohnraum effektiv unterbinden.

    Antworten (1)
    • Andreas 31.08.2019, 10:18 Uhr

      Yippieh!!! Endlich etwas neues zum denunzieren!! Vielleicht sollte die Stadt Düsseldorf sozialen Wohnraum schaffen statt permanent gewerbliche Prunkbauten. Ich habe vor Jahren vermietet, mache ich im Leben nicht mehr. Als Vermieter hat man null Handhabe. Habe die Wohnung seinerzeit zu meinem Wohnraum hinzugefügt. Alles jetzt viel zu groß aber besser als der ständige Ärger mit Mietern.

  • 6 Waldo 29.08.2019, 18:56 Uhr

    Ich habe bisher mehrfach in Airbnb Wohnungen übernachtet. Das waren alles privatleute die sich ein bisschen dazu verdienen möchten und Zimmer übergaben die Mal von ihren Kindern o.ä. bewohnt wurden. Man will wieder den einfachen Leuten den Hahn abdrehen. Und die großen Immobilien Haie lässt man schön weiter werkeln. Wir vermieten auch ein Zimmer bei Airbnb. Es reicht halt nicht als ganze Wohnung und so kann man sich ein paar Euro dazu verdienen die natürlich ganz normal versteuert werden müssen. Hier wird wieder mit Kanonen auf Spatzen die sich nicht wehren können geschossen. Erreicht wird mit diesem kleckerprogramm gar nix.