Lebenslange Haft für Kiosk-Mord in Düsseldorf

Angeklagter vor dem Düsseldorfer Landgericht zieht sich beim Hereingehen die Kapuze ins Gesicht.

Lebenslange Haft für Kiosk-Mord in Düsseldorf

Von Martin Höke

  • Lebenslange Haftstrafe
  • Frau mit 27 Messerstichen getötet
  • Angeklagter voll schuldfähig

Im Mordprozess um einen tödlichen Messerangriff auf eine Frau hat das Landgericht am Donnerstag (04.04.2019) das Urteil gesprochen. Der 44-jährige Kioskverkäufer wurde zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt.

Verschmähte Liebe als Motiv

Der Staatsanwalt hatte für den Angeklagten lebenslange Haft mit besonderer Schwere der Schuld gefordert. Er ist überzeugt, dass der Kioskverkäufer im August seiner arglosen Stammkundin aus verschmähter Liebe heimtückisch erstochen hat. "Sie wollte nicht seine Freundin sein und musste deswegen sterben", sagte Staatsanwalt Matthias Ridder am Donnerstag.

Der Angeklagte hatte zu Beginn des Prozesses gestanden, die 36-jährige Event-Managerin an einem frühen Augustmorgen auf dem Gehweg mit 27 Messerstichen getötet zu haben.

Gutachten zur Schuldfähigkeit

Zudem leide der 44-Jährige nicht wie behauptet an Schizophrenie, sondern simuliere eine psychische Erkrankung, wie er das auch schon früher getan und zugegeben habe, ergänzte der Staatsanwalt in seinem Plädoyer. Im Verlauf des Prozesses hatte ein Gutachter den Angeklagten als voll schuldfähig eingestuft. Der Verteidiger hatte die Schuldfähigkeit seines Mandanten zuvor angezweifelt.

Nach der Tat war bundesweit nach dem 44-Jährigen gefahndet worden. Eineinhalb Wochen nach der Tat wurde er im spanischen Sevilla festgenommen.

Mordprozess - Düsseldorferin erstochen WDR aktuell 12.03.2019 01:31 Min. Verfügbar bis 12.03.2020 WDR

Stand: 04.04.2019, 12:59