Doc Morris scheitert mit Klage gegen Apothekerkammer

Das Bild zeigt die Aufschrift Doc Morris.

Doc Morris scheitert mit Klage gegen Apothekerkammer

Von Martin Höke

  • Klage von Doc Morris zurückgewiesen
  • Versandapotheke forderte 15 Millionen Euro
  • Begründung: Preisbindung für rezeptpflichtige Medikamente

Das Landgericht Düsseldorf hat die Klage von Doc Morris am Mittwoch (17.07.2019) zurückgewiesen. Die niederländische Versandapotheke hatte die in Düsseldorf ansässige Apothekerkammer Nordrhein auf knapp 15 Millionen Euro Schadenersatz verklagt.

Zur Begründung hieß es, dass die Apothekerkammer Doc Morris zwischen 2012 und 2015 zu Recht verboten hat, rezeptpflichtige Medikamente deutschen Kunden günstiger anzubieten.

Gutscheine für Hotels

Doc Morris hatte mit Gutscheinen für Hotels, Kostenerstattungen oder Prämien um Kunden geworben. Die Apothekerkammer meinte, das verstoße gegen die für Arzneimittel bestehende Preisbindung und ließ diese Werbepraxis mehrfach per einstweilige Verfügungen untersagen.

Zu Recht, betonte die Richterin. Gutschein- und Rabattangebote für Arzneien seien nach dem geltende Wettbewerbrecht und dem Heilmittelwerbegesetz verboten.

Urteil des EuGH

2016 hatte der Europäische Gerichtshof die deutsche Preisbindung für Medikamente als europarechtswidrig gekippt, deswegen wollte Doc Morris die entgangenen Einnahmen ersetzt bekommen.

Darauf hatte sich die Versandapotheke in ihrer Klage berufen. Dem Landgericht Düsseldorf zufolge spiele diese Entscheidung aber keine Rolle.

Stand: 17.07.2019, 15:37

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