Die Teilnehmer des Demonstrationszugs mit Warnwesten, Plakaten und Bannern.

Streik an Unikliniken in NRW: Gespräche mit Arbeitgebern starten am Freitag

Stand: 12.05.2022, 16:10 Uhr

Erneut haben Beschäftigte der NRW-Unikliniken am Donnerstag in Düsseldorf für bessere Arbeitsbedingungen demonstriert. Die Gespräche sollen am Freitag starten.

Seit einigen Tagen sorgen Streiks an Unikliniken für Probleme an den NRW-Krankenhäusern. So mussten beispielsweise Operationen abgesagt werden und es standen weniger Betten zur Verfügung. Am Donnerstag - dem internationalen Tag der Pflegenden - haben wieder rund 1.000 Beschäftigte der sechs Unikliniken in NRW lautstark auf sich aufmerksam gemacht. Mit Trillerpfeifen, Warnwesten und Plakaten mit Slogans wie "Mehr von uns ist besser für alle" ist der Demonstrationszug an der Düsseldorfer Uniklinik gestartet.

Hoher Krankenstand, noch höhere Belastungen

Die Stimmung unter den Demonstranten ist eindeutig. Eine Beschäftigte sagt, sie könne die katastrophalen Belastungen nicht mehr hinnehmen. Der Krankenstand sei extrem hoch, immer mehr Kollegen würden über Burn-outs klagen. Das sieht eine andere Klinik-Angestellte ähnlich: "Die Unterbesetzung im Krankenhaus, mit der wir schon so wahnsinnig lange arbeiten, die zehrt an den Kräften und vor allen Dingen belastet es die Arbeit mit den Patienten." Die Beschäftigten störe auch die Ignoranz, mit der die Forderungen nicht wahrgenommen würden.

Demonstrationszug durch Düsseldorf – Unikliniken fordern mehr Personal

00:47 Min. Verfügbar bis 12.05.2023


Ziel des Demonstrationszugs: der Landtag. Die Beschäftigten fordern einen zusätzlichen Tarifvertrag, in dem beispielsweise konkrete Personenzahlen für Stationen festgeschrieben werden.

Erste Gesprächsrunde am Freitag

Die Landesregierung hatte Anfang der Woche einen schnellen Einstieg in den Tarifvertrag signalisiert. Allerdings gebe es Fragezeichen hinsichtlich der politischen und rechtlichen Umsetzung. Der Lösungsvorschlag der Landesregierung sieht vor, dass die Unikliniken aus der "Tarifgemeinschaft deutscher Länder" (TdL) aussteigen. Dafür müsse allerdings das Hochschulgesetz geändert werden. So könnten die Unikliniken direkt mit Verdi über den Zusatztarifvertrag verhandeln - ohne dass es die Zustimmung der TdL braucht.

Auch die anstehende Landtagswahl sorgt für leichte Unsicherheiten. Wie die politischen Mehrheiten dann verteilt sind und ob das Gesetz tatsächlich geändert wird, ist offen. Am Freitag soll es jedenfalls zu ersten Gesprächen zwischen der Gewerkschaft Verdi und den Arbeitgebern kommen. Danach werde entschieden, ob weiter gestreikt werde, sagte ein Verdi-Sprecher.

Über dieses Thema berichtet der WDR-Hörfunk auf WDR 2 und das WDR-Fernsehen in der Lokalzeit aus Düsseldorf am 12. Mai 2022 um 19.30 Uhr.