Trotz Kritik: Düsseldorf hält an Umweltspuren fest

Trotz Kritik: Düsseldorf hält an Umweltspuren fest

  • Stadt hält an umstrittenen Umweltspuren fest
  • Zusätzliche Park&Ride-Parkplätze geplant
  • Anpassungen der Umweltspuren wird geprüft

Die Stadt Düsseldorf will trotz Kritik an der neuen Umweltspur in Richtung Innenstadt festhalten. Am Dienstag (29.10.2019) zog sie eine erste Zwischenbilanz. Demnach sei nur ein Bruchteil der Staus in den vergangenen Tagen auf die Umweltspur zurückzuführen, erklärte Oberbürgermeister Thomas Geisel (SPD).

"Die Umweltspur ist zwar eine Belastung für die Autofahrer, aber ein wesentlich milderes Mittel als ein Diesel-Fahrverbot", kommentierte Geisel die Kritik an der Umweltspur. Er sehe dazu keine Alternative, die die Menschen dazu bewegen könnte, auf umweltfreundlichere Verkehrsmittel wie Bus, Bahn oder Fahrrad umzusteigen.

Stadt nimmt Stellung zu Umweltspur-Kritik

00:45 Min. Verfügbar bis 29.10.2020

CDU will Abschaffung beantragen

Die CDU-Fraktion im Düsseldorfer Stadtrat hält die Umweltspuren allerdings schon jetzt für gescheitert. Die Schmerzgrenze für Pendler und die Düsseldorfer sei überschritten, heißt es in einer Stellungnahme.

Die Union will deshalb im Haupt- und Finanzausschuss am 18. November sowie in der nächsten Ratssitzung beantragen, den "irrigen Versuch" sofort abzubrechen. OB Geisel mache wieder einmal Politik gegen die Bevölkerung, kritisiert CDU-Fraktionschef Rüdiger Gutt.

Zusätzliche Park&Ride-Plätze geplant

Mit zusätzlichen Park&Ride-Parkplätzen will die Stadt jetzt die Straßen entlasten. So sollen auf einem Parkplatz an der Messe rund 500 Stellplätze eingerichtet werden. Von dort sollen dann Shuttlebusse Pendler in die Innenstadt bringen. Diese Pläne muss der Verkehrsausschuss Ende November noch beschließen.

Der Ausbau des bestehenden Park&Ride-Parkplatzes am Südpark auf bis zu 800 Plätze sei in der Genehmigungsphase, so Düsseldorfs Verkehrsdezernentin Cornelia Zuschke. Darüber hinaus soll in den nächsten Tagen ein neues gemeinsames Online-Pendlerportal von mehreren Stadttöchtern an den Start gehen, um die Bildung von Fahrgemeinschaften zu fördern.

Veränderungen an den Umweltspuren

Das Amt für Verkehrsmanagement will auch Anpassungen an den Umweltspuren prüfen - zum Beispiel, ob Ampel-Grünphasen von der A46 in Richtung Innenstadt verlängert werden können, damit sich der Rückstau verkürzt. Die Umstellung brauche jedoch einen Vorlauf von etwa einem Monat, heißt es weiter.

Sollte die Unfallgefahr durch Rückstaus so groß werden, dass die Polizei die Freigabe der Umweltspur anordne, werde sich die Stadt dem fügen, sagte Oberbürgermeister Geisel. Bislang dürfen dort nur Radfahrer, Busse, Taxis, E-Autos und Fahrgemeinschaften ab 3 Personen fahren.

Stand: 29.10.2019, 17:33

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