Bergeweise Spenden: Ralf Oetinger und seine Helfer sortieren die Hilfsgüter in seinem Garten.

Hilfsaktion: Düsseldorfer fährt an die polnisch-ukrainische Grenze

Stand: 28.02.2022, 12:09 Uhr

Am Samstag ist für Ralf Oetinger die Entscheidung gefallen: Er und drei Freunde wollen Hilfsbedürftige aus der Ukraine unterstützen. Schon Montagnachmittag bringen sie Hilfsgüter zur polnisch-ukrainischen Grenze.

Von Noah Matzat

Ralf Oetinger ist im Stress. Noch am Samstag sitzt er vor den Nachrichten, sieht Bilder der sich zuspitzenden humanitären Krise durch den Krieg in der Ukraine. Er ruft einen Freund an: "Wir müssen etwas unternehmen." Die beiden treffen eine Entscheidung. Seitdem hat er kaum noch eine ruhige Minute.

Sachspenden türmen sich im Garten

Über WhatsApp und Facebook starten Oetinger und drei Freunde einen Aufruf für Spenden für Menschen aus der Ukraine. Die Hilfsbereitschaft der Nachbarschaft ist überwältigend. "Wir haben hier eine unfassbare Anteilnahme, das sind ganz, ganz schöne Momente", sagt der Benrather. Innerhalb von rund einem Tag türmen sich im Garten Spenden in Pappkartons: Lebensmittel, Hygieneartikel, Medikamente, Schlafsäcke und Isomatten.

Daneben seien auch schonbis zu 25.000 Euro zusammengekommen. "Wir werden versuchen, von dem Geld nun so gut wie möglich Lebensmittel und medizinisches Equipment zu kaufen." Für die Fahrt haben die Düsseldorfer zwei 3,5-Tonnen-Transporter organisiert. Mit zwei zusätzlichen Anhängern versuchen die Freunde so viele Güter wie möglich an die polnisch-ukrainische Grenze zu bekommen.

Sachspenden und Geld für die Bevölkerung, Medizin für die Armee

Am Montagnachmittag soll die Fahrt starten. Alles können sie jetzt schon nicht in einem Rutsch transportieren. Sie müssen priorisieren, was sie mitnehmen, sagt Oetinger. Vor Ort wollen sie die Sachspenden an die Hilfsbedürftigen in den Auffangstationen verteilen. Sollte Bargeld von den Einkäufen übrig bleiben, soll auch das einfach direkt an die Menschen an der Grenze verteilt werden.

"Wir haben den Plan, den ukrainischen Grenzschutz vor Ort zu treffen", erzählt Oetinger. An die ukrainische Armee soll vor allem medizinisches Equipment übergeben werden. Ob das klappt, wird sich zeigen.

"Wir sind uns bewusst, was alles passieren kann"

Einige im Helferteam um Ralf Oetinger arbeiten bei der Polizei. "Wir haben generell Erfahrungen im Sicherheitssektor, aber das ist natürlich eine absolute Ausnahmesituation." So eine Lage habe noch keiner von ihnen erlebt. "Wir sind uns bewusst, was alles passieren kann", sagt der Düsseldorfer.

Auch wenn noch nicht klar ist, wie die Situation an der Grenze sein wird, denkt Oetinger schon über die nächsten Schritte nach: Er könne sich vorstellen, Menschen mit nach Deutschland zu nehmen, falls sie mitgenommen werden wollen.

Über das Thema berichtet auch die WDR Lokalzeit aus Düsseldorf am 28.02.2022 um 19.30 Uhr.