Tausende Stahlarbeiter demonstrieren in Düsseldorf

Stahlarbeiter demonstrieren vor der Staatskanzlei in Düsseldorf

Tausende Stahlarbeiter demonstrieren in Düsseldorf

Etwa 3.000 Mitarbeiter der Stahl-Sparte von Thyssen-Krupp haben am Freitagvormittag vor der Staatskanzlei in Düsseldorf demonstriert. Sie fordern, dass Bund und Land den angeschlagenen Konzern unterstützen.

Die IG Metall musste aufgrund der Pandemie für die der Kundgebung viele Auflagen erfüllen. Alle Demonstranten mussten während der Veranstaltung einen Mund-Nasen-Schutz tragen. Die Belegschaften wurden außerdem auf verschiedene Blöcke aufgeteilt, die durch Absperrband markiert wurden. An allen Blöcken standen zusätzlich Desinfektionsmittelspender.

Britischer Konzern soll Interesse an Kauf haben

Bisher will die Landesregierung keine Hoffnung auf eine Staatsbeteiligung an Thyssen-Krupp machen. Sie will aber die Rahmenbedingungen schaffen, damit der Stahl zukünftig sauber, C02-frei und mit Wasserstoff als Energieträger erzeugt werden kann.

Freitagmittag hat NRW-Ministerpräsident Armin Laschet auf den Rheinwiesen vor den Stahlarbeitern von Thyssenkrupp-Krupp gesprochen. Er hat den Erhalt von Arbeitsplätzen zur Bedingung für eine Trennung der Stahlsparte gemacht. Thyssenkrupp sei nicht zu Billigbedingungen zu haben, es handle sich um beste Stahlqualität, so Laschet.

Der britische Konzern Liberty Steel will die Stahl-Sparte von Thyssen-Krupp übernehmen. Das Unternehmen soll bereits ein Angebot vorgelegt haben.

Corona trifft Stahl-Branche hart

Der Konzern mit Sitz in Essen war seit Jahren wegen fehlgeschlagener Geschäfte und der Konkurrenz durch Billig-Stahl aus China in Schieflage und wollte sich schon ganz vom Stahl trennen. Jetzt sei man gerade wieder auf dem Weg gewesen, auch das Thyssen-Krupp-Werk in Duisburg-Hüttenheim mit 800 Mitarbeitern zu erhalten, sagt die IG-Metall.

Stahl-Demo von Thyssen-Krupp

00:54 Min. Verfügbar bis 16.10.2021

Dann aber habe Corona die Branche schwer getroffen – und damit allen Sanierungskonzepten einen Strich durch die Rechnung gemacht – die gesamte Stahlsparte stehe wieder auf dem Spiel. Deshalb "muss jetzt der Staat ran", wie es im Demo-Aufruf heißt. Allein aus Duisburg sollen 90 Busse mit Stahlarbeitern nach Düsseldorf gekommen sein.

Stand: 16.10.2020, 17:43