Studie: Schon wenig Alkohol macht E-Scooter-Fahren deutlich unsicherer

Stand: 12.11.2021, 15:55 Uhr

Rechtsmediziner der Uniklinik Düsseldorf haben heute eine Studie vorgestellt, die die Auswirkung von Alkohol auf das E-Scooter-Fahren zeigt. Bereits bei 0,3 Promille lasse die Fahrtauglichkeit deutlich nach, bei 1,1 Promille sogar um 70 Prozent.

Getestet wurde in einem Hindernisparcours, den die Testfahrer schon nüchtern nicht fehlerfrei schafften, so der Rechtsmediziner Benno Hartung.

In realen Situation noch gefährlicher

"Ein grundsätzliches Problem bei solchen Fahrversuchen ist einfach, dass es immer eine Laborsituation bleibt. Das reale Abgelenktsein, abends nach der Feier in der Altstadt, sich unbeobachtet fühlen, das können wir in einem Versuch grundsätzlich nicht nachstellen", erklärte Benno Hartung. Nach Ansicht des Mediziners könnte es deshalb sein, dass es in einer realen Situation noch gefährlicher ist, zu trinken und mit einem E-Scooter zu fahren.

Dass sich die Fahrleistung bereits bei 0,3 Promille so deutlich verschlechtert, hänge vermutlich mit den hohen Anforderungen an den Gleichgewichtssinn zusammen, auf den E-Scooter-Fahrer angewiesen sind.

Alkoholverbot für E-Scooter gefordert

Der Bund gegen Alkohol und Drogen im Straßenverkehr fordert angesichts der Ergebnisse der Studie, dass "für E-Scooter Maßstäbe wie für Fahranfänger gelten, nämlich ein Alkoholverbot." Er hatte die Studie der rechtsmedizinischen Institute in Düsseldorf und München gefördert.