Düsseldorfer Karnevalisten sagen Rosenmontagszug ab

Karnevals-Bazillus gegen den Corona-Virus: Mottowagen von Jacques Tilly beim Düsseldorfer Rosenmontagszug.

Düsseldorfer Karnevalisten sagen Rosenmontagszug ab

Der Düsseldorfer Rosenmontagszug 2021 fällt aus. Das hat das Comitee Düsseldorfer Carneval heute mitgeteilt.

Angesichts der aktuellen Entwicklung der Corona-Pandemie und der daraus resultierenden Einschränkungen bleibt uns keine andere Wahl“, betonte CC-Präsident Michael Laumen. Jedem Karnevalisten würde das Herz bluten, aber die Gesundheit der Menschen habe "absoluten Vorrang".

CC: Weitere Verzögerung sei nicht zumutbar

Die Entscheidung sei bereits jetzt gefallen, weil es den beteiligten Vereinen, Fußgruppen und Musikzügen nicht zuzumuten sei, noch länger auf eine Entscheidung zu warten.

Es sei nicht vorstellbar gewesen, unter den aktuellen Vorschriften ein Konzept aufzustellen, mit dem Karnevalisten noch Spaß gehabt hätten, sagt Hans-Jürgen Tüllmann, Geschäftsführer des Comitees Düsseldorfer Karneval.

Auch die Aufzeichnung der ARD-Fernsehsitzung fällt ersatzlos aus. "Eine solche Veranstaltung, die vom fröhlichen Miteinander mehr als 900 kostümierter Besucher geprägt ist, passt einfach nicht in diese Zeit“, erklärte Vizepräsident Stefan Kleinehr. Man müsse diese Tatsache akzeptieren.

Kürung des Prinzenpaares verschoben

Die für Januar 2021 geplante Kürung des Prinzenpaars wurde auf November verschoben.

Dass es keinen traditionellen Rosenmontagszug geben würde, war schon seit einem Treffen der rheinischen Karnevalsvertreter mit der Landesregierung im September klar. In Düsseldorf hatte man über einen Umzug durch das Stadion der Fortuna nachgedacht.

Dem CC schwebte eine Fahrt mit 70 Wagen vor, man hatte mit dem Arena-Betreiber bereits Kontakt aufgenommen. Nun zieht aber das Düsseldorfer Impfzentrum in das Stadion. Die Pläne seien auch daher endgültig begraben, sagte ein CC-Sprecher am Donnerstag.

Erleichterung bei CC

Die Entscheidung sei für das Comitee Düsseldorfer Karneval sogar eine Erleichterung, sagt Tüllmann: "Grundsätzlich sind wir natürlich mega traurig, aber nach der Entscheidung geht es uns eigentlich besser, weil wir Planungssicherheit haben und das ist für alle Beteiligten am besten."

Auch Wagenbauer Jacques Tilly kann die Absage des Karnevals nachvollziehen. Sie sei sogar überfällig gewesen: "Wir können ja nicht Halligalli machen, während der Rest der Republik in Demut verharrt und sich in häuslicher Bescheidenheit übt."

Tillys Wagen fahren ein Jahr später

Zehn Wagen hat Tilly schon für den kommenden Karnevalszug gebaut. Die könnten aber auch im Jahr 2022 noch fahren, sagt der Bildhauer. Sie seien extra so angelegt worden.

Die bekannten politischen Mottowagen habe er noch gar nicht geplant. "Ich habe also noch nicht umsonst gearbeitet, die politischen Wagen entstehen erst in den letzten Wochen", so Tilly. Er habe arbeite stattdessen an Großplastiken für unterschiedliche Zwecke - etwa Events, Film, Fernsehen und Theater.

Appell an die Vernunft

CC-Präsident Laumen appellierte an alle Karnevalisten, sich in der kommenden Session vernünftig zu verhalten: „Wir sollten in dieser äußerst schwierigen Zeit nur im kleinen Kreis feiern und im Sinne unseres Mottos ‚Wir feiern das Leben!‘ auf eine coronafreie Session 2021/2022 hoffen.

Jacques Tilly über Rosenmontagszug in Arena

03:15 Min. Verfügbar bis 30.09.2021 WDR Online


Stand: 03.12.2020, 13:45