Nach Räumung: Düsseldorfer Rheinbad führt Ausweispflicht ein

Außenansicht des Rheinbads Düsseldorf

Nach Räumung: Düsseldorfer Rheinbad führt Ausweispflicht ein

  • Düsseldorfer Rheinbad zum dritten Mal in vier Wochen geräumt
  • Ausweispflicht für Besucher ab Sonntag
  • Mehr Security soll erneute Randale verhindern
  • Nach Polizeiangaben haben etwa 60 Jugendliche gepöbelt

Nach der erneuten Räumung des Rheinbads in Düsseldorf wegen randalierender Besucher hat das Bad eine Ausweispflicht für Besucher eingeführt. Ab Sonntag muss sich jeder Besucher ausweisen können, der in das städtische Bad will. Das werde "ein Stück weit eine disziplinierende Wirkung haben", sagte Oberbürgermeister Thomas Geisel (SPD) am Samstag (27.07.2019)

Außerdem solle die Präsenz der Ordnungsdienste spürbar verstärkt werden, "und zwar auch durchaus in robuster Form".

18 Streifenwagen

Die Polizei hatte das Freibad am Freitag zum dritten Mal in knapp vier Wochen räumen müssen, weil Jugendgruppen pöbelten und Bademeister bedrohten.

Nach den ersten Auseinandersetzungen hatte das Rheinbad sechs Security-Mitarbeiter eingestellt. Trotzdem besetzten Jugendliche am Freitag eine Rutsche, außerdem sollen sie massiv das Personal bedroht haben.

Auch die eingesetzten privaten Sicherheitsleute kamen nicht gegen die jungen Männer an. Die herbeigerufene Polizei kam mit 18 Streifenwagen und konnte sich dann durchsetzen.

Jugendliche mit Migrationshintergrund

Nach Angaben der Polizei von Samstag (27.7.19) handelte es sich bei den rund 60 Personen ausschließlich um Jugendliche mit Migrationshintergrund. Sie habe aber nur die Personalien von einem jungen Mann mit nordafrikanischem Hintergrund aufgenommen, weil er wegen Bedrohung und Beleidigung angezeigt worden sei. Inzwischen hat die Polizei diese Aussage korrigiert: Der Betroffene habe keinen nordafrikanischen Hintergrund, sondern einen deutschen und einen nigerianischen Pass. Eine weitere Anzeige sei gegen einen Deutschen gefertigt worden. Er soll mit den ursprüglichen Tumulten nichts zu tun gehabt, sondern später bei der Räumung eine Polizistin beleidigt haben.

1.500 Badegäste waren zum Zeitpunkt der Räumung am Freitagabend im Rheinbad. Möglicherweise ist das Bad deswegen so attraktiv für Jugendliche, weil zwei von vier Bädern gerade wegen Sanierung geschlossen sind.

Oberbürgermeister Geisel: "Inakzeptabel"

Thomas Geisel OB Stichwahl in Düsseldorf

Der Oberbürgermeister ist verärgert

Düsseldorfs Oberbürgermeister Thomas Geisel äußerte sich gegenüber dem WDR sehr verärgert über die neuesten Vorfälle: "Die bisherigen Maßnahmen der Bädergesellschaft für die Sicherheit im Rheinbad haben sich als unzureichend erwiesen. Eine solche erneute Provokation ist vollkommen inakzeptabel."

"Aggressionen in Schwimmbädern nehmen zu"

WDR 2 01.07.2019 04:30 Min. Verfügbar bis 30.06.2020 WDR Online

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Stand: 27.07.2019, 16:41

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