Ungewöhnlicher Strafprozess gegen Düsseldorfer Kunsthändler

Das Landgericht und Amtsgericht Düsseldorf

Ungewöhnlicher Strafprozess gegen Düsseldorfer Kunsthändler

Von Martin Höke

  • Angeklagter ist Ehemann der Essener Landgerichtspräsidentin
  • Ihm wird Körperverletzung und Bedrohung vorgeworfen
  • Mann hatte schon mehrmals Ärger mit Justiz

Vor dem Düsseldorfer Amtsgericht ist am Dienstag (12.11.2019) ein ungewöhnlicher Strafprozess gestartet: Dem Ehemann der Essener Landgerichtspräsidentin wird Körperverletzung und Bedrohung vorgeworfen.

Im Oktober 2018 soll der 46-Jährige einen Nachbarn geschlagen sowie bedroht haben. Seinem Vermieter, dem Ehemann des Opfers, soll er außerdem mit dem Tode gedroht haben. Nach Gerichtsangaben soll er damals als unbeteiligter Zeuge hinzugekommen sein und versucht haben, die Streitenden zu beruhigen.

Der Angeklagte bestreitet, den Vermieter bedroht zu haben. Durch eine unwillige, reflexartige Bewegung will er sein Opfer gestoßen haben.

Ermittlungen wegen Betrugsrazzia Mitte April

Passiert sein sollen die Taten vor dem Haus in Düsseldorf, in dem die Essener Landgerichtspräsidentin mit ihrem Ehemann lebt. Das Wohnhaus des Paares wurde bereits Mitte April von der Polizei durchsucht.

Die Ermittler bestätigen dazu nur, dass gegen den Ehemann im Zusammenhang mit seinen Kunstgeschäften wegen Betrugs ermittelt werde. Einzelheiten wurden und werden nicht genannt. Das Verfahren laufe noch.

Ehemann von Essener Landgerichtspräsidentin angeklagt

00:41 Min. Verfügbar bis 12.11.2020 Von Martin Höke

Gerichtspräsidentin als Zeugin geladen

Wie die Richter am Amtsgericht in Düsseldorf am Dienstag (12.11.2019) bekanntgaben, soll auch die Präsidentin des Essener Landgerichts als Zeugin im Prozess aussagen.

Die 55-Jährige soll Aussagen dazu machen, ob ihr Ehemann bei dem Streit handgreiflich geworden ist. Der Prozess wird am 19.11.2019 fortgesetzt.

Kunsthändler schon mehrfach Ärger mit der Justiz

Der 46-Jährige hatte schon mehrfach Ärger mit der Justiz. Im August ging es um eine Luxusuhr. In dem Fall hatte ihn das Landgericht Düsseldorf zur Zahlung von 50.000 Euro an einem Essener Juwelier verurteilt.

Anfang November ging es vor dem Amtsgericht um ein angebliches Bild des Düsselorfer Künstlers Günther Uecker. Das stellte sich Fälschung heraus.

Stand: 12.11.2019, 10:38