Düsseldorf: Prozess um Ausbildungskosten bei der Bundeswehr

Schild am Eingang des Verwaltungsgericht in Düsseldorf

Düsseldorf: Prozess um Ausbildungskosten bei der Bundeswehr

  • Prozess wegen Ausbildungskosten
  • Sanitätsoffizier muss Bundeswehr Geld zurückzahlen
  • Zeitsoldat hält Forderung für überzogen

Ein ehemaliger Sanitätsoffizier der Bundeswehr muss Kosten seiner medizinischen Ausbildung in Höhe von rund 57.000 Euro an die Armee zurückzahlen. Das hat das Düsseldorfer Verwaltungsgericht am Dienstag (14.01.2020) entschieden.

Der Mann hatte sich für 17 Jahre verpflichtet und war ein Jahr vor Vertragsende auf eigenen Wunsch entlassen worden.

Offizier wehrte sich gegen Forderung

Der Ex-Soldat hat sich vor Gericht gegen die Forderung gewehrt. Den größten Teil der Dienstzeit war er für die Bundeswehr im Einsatz, nach dem Medizinstudium auch vier Jahre als Militärarzt in Krisengebieten.

Nach einem Einsatz in Afghanistan hat er aus Gewissensgründen den Kriegsdienst verweigert. Er habe in Afghanistan auch ein Sturmgewehr benutzen müssen, das habe er als Arzt nicht gewollt.

Ex-Soldat arbeitet jetzt als Arzt

Die Bundeswehr meint, der 37-Jährige müsse einen Teil der Kosten seiner medizinischen Ausbildung erstatten, weil er davon auf dem privaten Arbeitsmarkt profitiere. Der Ex-Zeitsoldat arbeitet derzeit an einer Duisburger Klinik.

Laut Gericht sei an der Rückforderung nur rechtswidrig, dass die Bundeswehr eine Stundung oder Ratenzahlung abgelehnt habe.

Stand: 14.01.2020, 12:51

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