Freispruch im Prozess um Millionenbetrug mit Pfandflaschen

Hand schiebt Plastikflasche in Pfandautomat

Freispruch im Prozess um Millionenbetrug mit Pfandflaschen

  • Pfandautomaten manipuliert
  • Pfandgesellschaft erstattete Anzeige
  • Angeklagter hatte Vorwürfe stets bestritten

Im Prozess um einen mutmaßlichen Millionenbetrug mit Pfandflaschen hat das Landgericht Düsseldorf den Angeklagten freigesprochen. Das teilte eine Sprecherin am Dienstag (09.04.2019) auf WDR-Anfrage mit.

Angeblich Pfand ergaunert

Der 46-Jährige stand vor Gericht, weil er in einem Neusser Getränkemarkt zwei Rücknahmeautomaten für Getränkeflaschen manipuliert und sich so um rund 1,8 Millionen Euro bereichert haben soll.

Der Angeklagte hatte stets bestritten, die Automaten manipuliert zu haben. Er gab an, den Getränkemarkt nie wirklich geleitet zu haben, sondern nur ein Strohmann für einen Bekannten gewesen zu sein. Von dem Betrug habe er nichts gewusst. Die Richter glaubten dem Angeklagten und sprachen ihn frei.

Pfandgesellschaft erstattete Anzeige

Durch die Manipulation an den beiden Automaten wurden die Plastikpfandflaschen zwar als eingeworfen registriert, aber nicht wie vorgesehen zerquetscht. So konnten sie zigfach erneut in den Automaten geschoben werden.

Zwischen Juli 2013 und Mai 2014 wurden so Pfandbons im Wert von 1,8 Millionen Euro ausgestellt und bei der deutschen Pfandgesellschaft abgerechnet. Die wurde angesichts der Unmenge an Leergut stutzig, prüfte nach und erstattete Anzeige.

Der Prozess war im Oktober wegen der Erkrankung des Richters ausgesetzt und erst Ende Februar fortgesetzt worden.

Stand: 09.04.2019, 13:41