Parkplatzchaos für Pflegekräfte in Düsseldorf

Ambulante Pflege

Parkplatzchaos für Pflegekräfte in Düsseldorf

  • 126 ambulante Pflegedienste in Düsseldorf
  • Kaum freie Parklätze für Pfleger
  • Stadt arbeitet an dezentralem Konzept

Die meisten der 126 ambulanten Pflegedienste in Düsseldorf sind mit dem Auto unterwegs. Gülcin Göksel, Pflegekraft aus Düsseldorf, erzählte am Dienstag (21.02.2020) dem WDR: "Es ist immer voll. Man muss immer suchen und weiter weg parken". Sie habe schon oft Knöllchen bekommen.

Die Parkplatzsuche ist für viele Pfleger ein täglicher Kampf. Die oft lange Suche kostet Kraft und Nerven. Auch Anwohner stören sich oft an sich an den Fahrzeugen, die teilweise im Halteverbot stehen.

Ein Problem: Häufig gibt es nur Anwohnerparkplätze. Taxi-Zonen, Feuerwehrfreistellen und Behindertenparkplätze sind hingegen ausgeschildert. Auch der Verkehr in Düsseldorf - mit häufigen Staus - ist für die Pflegekräfte ein großes Problem.

Weniger Zeit für Patienten wegen Parkplatzsuche und Stau

Wenig Parkplätze für Pflegediesnte

Gülcin Göksel auf Parkplatzsuche

Die Schicht von Gülcin Göksel geht normalerweise von sieben bis elf Uhr, häufig brauche sie jedoch bis 13 Uhr, quer durch die Stadt: "Normalerweise müsste ich schon viel früher fertig werden."

Nach eigener Aussage hat sie bis zu 16 Klienten am Tag. "Ich bin sehr im Verzug, die Leute warten auf mich". Pro Patient bleibe da wenig Zeit. Sie wünscht sich mehr Parkplätze und die Möglichkeit, die Umweltspur benutzen zu dürfen: "Es wäre schön, wenn wir extra Plätze für uns hätten."

Stadt plant Parkraumkonzept

Die Stadt Düsseldorf arbeitet an einem neuen Parkraumkonzept für Pflegedienste und will mehr Kooperation und Vernetzung von ambulanten Pflegediensten.

Die Idee: Wenn sich die Dienste nur noch um einzelne Viertel kümmern würden, müssten sie weniger fahren und könnten vielleicht ganz auf Autos verzichten.

Alternativmodell in Gerresheim

In Düsseldorf-Gerresheim gibt es von der AWO ein alternatives Modell. Die Pfleger betreuen unter anderem Klienten, die in Wohngemeinschaften für Demenzkranke wohnen und andere Personen, die ambulant gepflegt werden.

"Man hat es nicht weit. Mir geht keine Zeit verloren", erzählt Mitarbeiter Torsten Schmidt. Er könne seine Touren gut planen. Zwischen den Wohnungen liegen meistens nur wenige hundert Meter.

Stand: 21.01.2020, 16:21

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