Mit dem geklauten Ferrari liegen geblieben: Mehr als drei Jahre Haft für Autodieb

Auf dem Foto ist ein roter Ferrari.

Mit dem geklauten Ferrari liegen geblieben: Mehr als drei Jahre Haft für Autodieb

Weil der Leichlinger in Düsseldorf einen wertvollen Ferrari-Oldtimer gestohlen hat, muss ein Mann für etwas mehr als drei Jahre ins Gefängnis. Er war mit dem Auto nur bis Grevenbroich gekommen.

Das Neusser Amtsgericht hat am Mittwoch einen 45-jährigen Autodieb aus Frankreich zu drei Jahren und drei Monaten Haft verurteilt. Denn im Mai 2019 hatte sich der Verurteilte an einem ganz besonderen Coup versucht.

Das Amtsgericht sah es als erwiesen an, dass sich der Mann bei einem Düsseldorfer Oldtimer-Händler als Kaufinteressent eines seltenen Ferraris mit 400 PS ausgegeben hatte - unter falschem Namen. "Den Ferrari wollte der Besitzer aus Leichlingen über unsere Firma verkaufen", berichtete ein Mitarbeiter des Oldtimerhandels als Zeuge. Dabei habe der vermeintliche Kaufinteressent sehr fachkundig gewirkt, wie ein Mitarbeiter des Oldtimer-Händlers berichtet. Der Preis für das mehr als 30 Jahre alte Auto: 2,35 Millionen Euro.

Bei Probefahrt weggefahren

Der Angeklagte durfte mit dem Wagen eine Probefahrt machen – natürlich mit einem Verkäufer auf dem Beifahrersitz. In Neuss sollte der Beifahrer gewechselt werden. Der Angeklagte hatte den Verkäufer aussteigen lassen und war dann direkt davongebraust.

Den verdutzten Verkäufer hatte er am Straßenrand stehen lassen. Der Dieb wollte den Ferrari GTO laut Neusser Amtsgericht eigentlich ins Ausland bringen, um ihn zu verkaufen. Weil zu wenig Kraftstoff im Tank war, kam er nur ins benachbarte Grevenbroich.

Fingerabdrücke gefunden

Der Ferrari wurde später in einer Grevenbroicher Garage gefunden. Zeugen hatten den Wagen wegen des lauten Motorengeräuschs bemerkt. Im Auto wurden zudem Fingerabdrücke des Mannes gefunden. Die Zeugenaussagen und Beweise sorgten letztendlich dafür, dass er am Mittwoch schuldig gesprochen wurde.

Angeklagter hat schon vorher Autos gestohlen

Der Verurteilte ist den französischen Behörden bereits bekannt. Wegen ähnlicher Delikte saß der Mann dort bereits im Gefängnis. Direkt nach dem Diebstahl setze er sich per Bahn nach Frankreich ab. Da musste er für etwa zwei Jahre in Haft – ebenfalls wegen Autodiebstahls. Erst im Juli war er nach Deutschland ausgeliefert worden. Seitdem saß er in Untersuchungshaft.

Stand: 08.09.2021, 18:20