In eigener Sache: Prozess-Beobachter Werner Czaschke verstorben

Der verstorbene WDR-Reporter Werner Czaschke ausnahmsweise vor und nicht hinter der Kamera.

In eigener Sache: Prozess-Beobachter Werner Czaschke verstorben

Der WDR-Reporter und Jurist Werner Czaschke ist im Alter von nur 60 Jahren gestorben.

Fast 40 Jahre lang berichtete Werner Czaschke für das WDR Fernsehen aus den Gerichtssälen in Düsseldorf und Umgebung. Mit seinem Gespür für spannende Themen, seinem juristischen Sachverstand und seiner Fähigkeit, komplizierte Zusammenhänge verständlich und sprachlich elegant in Worte zu fassen, setzte Werner Czaschke Maßstäbe für die Qualität der Gerichtsberichterstattung.

Ganz gleich, ob es nur um einen Fall von Mundraub in einem Kiosk, um einen Nachbarschaftsstreit oder einen Verkehrsverstoß ging, unser Kollege Czaschke fand in den kleinsten Gerichtsverfahren Stoff für seine Geschichten über unsere Mitmenschen, ihre Macken und Konflikte.

Der gebürtige Düsseldorfer, der in Bonn und München Jura studiert hatte, machte 1983 während der Semesterferien seine ersten journalistischen Schritte im damaligen WDR-Landesstudio Düsseldorf. Während dieser Hospitanz produzierte er seinen ersten Fernsehbeitrag, in dem er über die damals überfüllten Gefängnisse in NRW berichtete. Von da an kam er - noch während des Studiums - immer wieder, und nach seinem Referendariat und dem zweiten Juristischen Staatsexamen blieb er.

Werner Czaschke beherrschte alle journalistischen Genres. Souverän berichtete er selbst unter hohem Zeitdruck tagesaktuell über Ermittlungsverfahren und Prozesse, erklärte Gerichtsurteile und ordnete sie für den Fernsehzuschauer ein. Mit seinem Sinn für die zeitgeschichtliche Relevanz begleitete er als Reporter spektakuläre große Verfahren wie den Prozess gegen den ehemaligen DDR-Spionagechef Markus Wolf oder den Mannesmann-Prozess, bei dem der damalige Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann vor Gericht stand. So wurden es über 8000 Fernsehbeiträge, die Werner Czaschke als Autor verantwortete.

Völlig unerwartet ist unser Gerichtsreporter jetzt gestorben. Er wurde herausgerissen aus einem Berufsleben, das er auch nach Jahrzehnten noch mit Freude, Begeisterung und Präzision führte. Seine Kollegen werden ihn sehr vermissen, als klugen, freundlichen, hilfsbereiten und feinsinnigen Menschen und vorbildlichen Journalisten.

Stand: 31.03.2021, 16:59

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