Prozessauftakt: Zwei Brüder wegen Zwangsprostitution angeklagt

Die bestrumpften Beine einer Prostituierten

Prozessauftakt: Zwei Brüder wegen Zwangsprostitution angeklagt

  • Zwei Brüder wegen Zwangsprostitution angeklagt
  • 18-Jährige gewaltsam zum Gruppensex gezwungen
  • 80.000 Euro in zehn Monaten verdient

Vor dem Düsseldorfer Landgericht müssen sich seit Dienstag (21.07.2020) zwei Brüder aus Langenfeld und Duisburg wegen Zwangsprostitution einer 18-jährigen Berufsschülerin verantworten.

In zehn Monaten über 80.000 Euro verdient

Der ältere der beiden soll vor zwei Jahren eine 18-jährige Berufsschülerin mit der "Loverboy-Masche" nach Düsseldorf gelockt und sie gewaltsam zur Prostitution und zum Gruppensex mit Freunden und Bekannten gezwungen haben. Damit soll der 32-Jährige innerhalb von zehn Monaten über 80.000 Euro verdient haben.

Sein 23-jähriger Bruder ist als Helfer mitangeklagt. Der Duisburger soll das Opfer mehrfach zu Sex-Terminen gefahren haben.

Hauptangeklagter beging weitere Straftaten

Die beiden Angeklagten wollen sich vor dem Landgericht zu den Vorwürfen äußern. Das haben die Verteidiger der Männer aus Duisburg und Langenfeld zum Auftakt angekündigt.

Dem Hauptangeklagten werden in dem Prozess zahlreiche weitere Straftaten vorgeworfen: darunter Erpressung, Drogen- und Waffenbesitz sowie versuchter Totschlag.

Opfer im Zeugenschutz

Für den Prozess sind bis Mitte Oktober noch 18 weitere Verhandlungstage angesetzt. Am Mittwoch (22.07.2020) sollen die ersten Zeugen gehört werden. Dem Hauptangeklagten drohen bis zu 15 Jahre Haft.

Die heute 20-jährige Frau war im März 2019 nach einem monatelangen Martyrium geflohen und hatte ihren Peiniger angezeigt. Sie befindet sich laut Staatsanwalt seither im Zeugenschutz.

Stand: 21.07.2020, 13:20