Streit um Großkonzert in Düsseldorf: Geisel gegen die Landesregierung

Publikum beim Konzert

Streit um Großkonzert in Düsseldorf: Geisel gegen die Landesregierung

Um das geplante Großkonzert im September wird weiter gestritten. Die Landesregierung ist wegen Corona erkennbar gegen das von der Stadt genehmigte Event.

NRW-Ministerpräsident Armin Laschet hat dem Düsseldorfer Oberbürgermeister Thomas Geisel wegen der Großveranstaltung mit 13.000 Zuschauern Profilierungsversuche vorgeworfen. Laschet sagte am Dienstag: "Ich hätte hier etwas mehr Sensibilität vom Oberbürgermeister erwartet", da die Stadt vor der Ankündigung nicht auf das Land zugegangen sei.

Es sei klar, dass bei einem solchen Großereignis dann ganz Deutschland und viele in Europa auf Düsseldorf gucken. Das sei vermutlich die Absicht gewesen. Laschet hält die Großveranstaltung für kein gutes Signal.

Kritik Großkonzert in Düsseldorf

00:45 Min. Verfügbar bis 11.08.2021

Geisel verteidigt Veranstaltung

Als Reaktion auf Laschets Äußerungen sagte Geisel dem WDR, die Stadtverwaltung sei an Recht und Gesetz gebunden. Das Konzept der Großveranstaltung sei durch das örtliche Gesundheitsamt überprüft worden. Er sehe keine Veranlassung, das Konzert zu untersagen.

"Wenn das Land eine andere Rechtsauffassung hat, dann ist es dem Land – glaube ich – unbenommen, uns die Entscheidung abzunehmen und das Konzert zu untersagen. Ich persönlich tue mich schwer, eine rechtliche Handhabung dafür zu finden", so Geisel weiter. Er vermutet hinter Laschets Kritik Wahlkampf.

Veranstalter sieht sich zu "100 Prozent im Recht"

Marek Lieberberg (Archivbild vom 21.11.2019)

Konzertveranstalter Marek Lieberberg

Konzertveranstalter Marek Lieberberg sucht das Gespräch mit Laschet. Er habe ihm geschrieben und bemühe sich nun seit zwei Tagen, den Regierungschef zu erreichen, erklärte Lieberberg der dpa. Er könne verstehen, dass Laschet sehr beschäftigt sei. "Aber wenn man Zeit hat, sich öffentlich zu äußern zu Veranstaltungen, deren Regularien man offenbar nicht kennt, dann denke ich, müsste man auch Zeit haben, hier zu reagieren, um auch dieses Gespräch zu führen."

Lieberberg sieht sich in jedem Fall im Recht. Auf die Frage, was er im Falle einer Absage der Veranstaltung tun werde, gab er an, man werde sich in diesem Fall mit geeigneten Mitteln "dagegen äußern". Gegebenenfalls wolle er vor das Verwaltungsgericht ziehen.

Vorverkauf gestartet

Bryan Adams singt und spielt Gitarre auf der Bühne

Auch Bryan Adams soll bei dem Konzert auftreten.

Laut Corona-Schutzverordnung sind Konzerte in NRW erlaubt, wenn Abstände eingehalten und eventuell auch Masken getragen werden. Bei dem Konzert Anfang September sollen Stars wie Bryan Adams und Sarah Connor auftreten. Als die Pläne vor ein paar Tagen bekannt wurden, gab es viel Kritik, trotz aller Hygiene- und Abstandsregelungen. Viele halten solche Menschenansammlungen in Zeiten der Corona-Pandemie für zu gefährlich. Der Vorverkauf ist am Dienstag trotzdem gestartet.

Auch NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) hatte eine Prüfung des Konzepts angekündigt. Laut Angaben des NRW-Gesundheitsministeriums vom Dienstag dauert diese noch an. Es gebe noch offene Fragen, sagte ein Sprecher.

Kritik auch aus Bayern

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder hatte sich bereits gestern zu Wort gemeldet. Ohne sich direkt auf die Veranstaltung in Düsseldorf zu beziehen, äußerte er in Nürnberg Kritik: "Ich möchte darauf hinweisen, dass ich das Zulassen von Konzerten mit 13.000 Leuten für absolut nicht vertretbar halte. Bitte sehr herzlich, dass man das nochmal überdenkt. Das ist eine katastrophale Signalwirkung für das ganze Land".

Stand: 11.08.2020, 16:02