Umstrittenes Großkonzert in Düsseldorf wird geprüft

Bei dem Großkonzert in Düsseldorf soll unter anderem Bryan Adams dabei sein

Umstrittenes Großkonzert in Düsseldorf wird geprüft

Von Sabine Schmitt

Das Konzert mit 13.000 Zuschauern in Düsseldorf soll stattfinden - wenn die Zahl der Corona-Infektionen nicht zu hoch ist. Wie hoch sie sein darf, da sind Stadt und Land offenbar immer noch uneins.

Im Streit um das Großkonzert im September mit 13.000 Zuschauern in Düsseldorf haben sich die Stadt und das Land NRW auf einen Kompromiss geeinigt: Die Großveranstaltung im Fußballstadion mit Stars wie Bryan Adams und Sarah Connor soll wie geplant stattfinden - zumindest zunächst.

Man beobachte das Infektionsgeschehen und entscheide dann spätestens am 31. August - vier Tage vor dem eigentlichen Termin. So steht es in einer gemeinsamen Erklärung der Stadt Düsseldorf und dem NRW-Gesundheitsministerium.

Damit das Konzert wie geplant stattfinden kann, dürfe ein bestimmter Wert an Neuinfektionen nicht überschritten werden. Wo genau dieser Wert liegt - das wurde allerdings noch nicht benannt. Möglicherweise sind Stadt und Land unterschiedlicher Meinung.

Düsseldorfs Oberbürgermeister Thomas Geisel erklärte, auf einen Wert habe man sich "im Moment nicht geeinigt". Er verwies auf den allgemeingültigen Wert von 50 Neuinfektionen pro Woche und je 100.000 Einwohner. Dieser Wert wird auch 7-Tagesinzidenz genannt.

Liegt diese Inzidenz in einer Stadt oder einem Landkreis höher als 50, müssen laut Schutzverordnung die Maßnahmen verschärft werden. Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann sieht die Infektionslage jetzt schon kritisch.

Schon jetzt zu viele Infektionen für Großkonzert in Düsseldorf?

Im Vergleich mit anderen Landeshauptstädten liege Düsseldorf mit einer Inzidenz von 18,7 auf dem zweiten Platz bei den Infektionen. "Solange sich Inzidenz und Infektionsgeschehen auf hohem Niveau bewegen, wird eine Musikveranstaltung in dieser Größenordnung nicht stattfinden können", so Laumann.

Schaut auf diese Stadt - Großveranstaltungen in Zeiten von Corona

WDR RheinBlick 14.08.2020 28:10 Min. Verfügbar bis 14.08.2021 WDR Online

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Dem Kompromiss war ein tagelanger Streit zwischen dem Land und der Stadt Düsseldorf vorausgegangen. Die Düsseldorfer Stadtverwaltung hatte das Konzert auf Antrag des Festivalveranstalters Marek Lieberberg genehmigt. Sie wurde dafür aber unter anderem von Ministerpräsident Armin Laschet heftig kritisiert.

Laut Coronaschutzverordnung erlaubt

Grundlage für die Genehmigung war aber die NRW-Coronaschutzverordnung, die die Landesregierung selbst erlassen hatte. Diese erlaubt Konzerte, wenn Besucher ausreichend Abstand halten und Masken tragen. Außerdem darf kein Alkohol getrunken werden.

In der Düsseldorfer Arena, die eigentlich bis zu 50.000 Menschen fasst und nur zu einem Viertel besetzt sein wird, bekommen die Zuschauer einen festen Sitzplatz zugewiesen. Es wird bei dem Konzert keine Pause geben, außerdem soll die An- und Abfahrt so organisiert werden, dass die Abstandsregelung eingehalten wird.

"Ich freue mich darüber, dass das Land anerkennt, dass hier sehr sorgfältig geprüft wurde und auch ein sehr sorgfältig ausgearbeitetes Hygienekonzept vorgelegt wurde", sagte Geisel.

Mehr als 3000 verkaufte Tickets

Bisher wurden nach Angaben des Veranstalters etwas mehr als 3000 Tickets für das Konzert verkauft. Es wäre die erste Großveranstaltung mit so vielen Zuschauern seit Beginn der Corona-Einschränkungen.

Großkonzert in Düsseldorf: "Eindeutige Regeln"

WDR 5 Morgenecho - Interview 12.08.2020 06:32 Min. Verfügbar bis 12.08.2021 WDR 5

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Stand: 13.08.2020, 16:56