Düsseldorf will mehr Flüchtlinge aufnehmen

Düsseldorf will mehr Flüchtlinge aufnehmen

  • Stadt will mehr Flüchtlinge aus Seenotrettung aufnehmen
  • Freie Plätze in Düsseldorfer Unterkünften
  • Düsseldorf sei "sicherer Hafen" für Menschen in Not

Düsseldorf will mehr aus Seenot gerettete Flüchtlinge aufnehmen. "Kommunen müssen hier mehr Mitspracherecht erhalten", sagte die Leiterin des Amtes für Migration, Miriam Koch, am Montag (13.01.2020) auf der Bundespressekonferenz in Berlin.

Koch trat dort gemeinsam mit dem Potsdamer Oberbürgermeister und dem Bürgermeister der italienischen Stadt Parlermo auf. Ihre Forderung: Im Aufenthaltsgesetz soll die Möglichkeit zur kommunalen Aufnahme von Flüchtlingen geschaffen werden.

Düsseldorf als "sicherer Hafen"

Die Stadt Düsseldorf habe sich zudem zum "sicheren Hafen" erklärt. Etwa 120 Städte bundesweit solidarisieren sich mit aus Seenot geretteten Menschen. Sie wollen Flüchtlinge auch über den vorgesehen Verteilschlüssel hinaus aufnehmen. Der Wille der Kommunen sei "ungebrochen", um die humanitäre Lage auf dem Mittelmeer und in griechischen Lagern zu entschärfen, betonte Amtsleiterin Koch.

Freie Plätze in Düsseldorfer Unterkünften

In Düsseldorf könne man "auf einen breiten gesellschaftlichen Konsens aufbauen", sagte Miriam Koch dem WDR. Es gebe viel Unterstützung ehrenamtlicher Art. Aufgrund der zurückgegangenen Flüchtlingszahlen habe man in Düsseldorf eine "sehr ruhige Lage" und freie Plätze in den Unterkünften.

Im Sommer 2018 richtete der Düsseldorfer Oberbürgermeister Geisel, gemeinsam mit der Kölner Oberbürgermeisterin Hernriette Reker und ihrem Kollegen Ashok Sridharan aus Bonn einen offenen Brief an Bundeskanzlerin Angela Merkel. Darin forderten sie die Wiederaufnahme staatlicher Seenotrettung und die Bereitschaft der Kommunen, Geflüchtete aufzunehmen. Auf europäischer Ebene sei keine Lösung zu erwarten.

Stand: 13.01.2020, 12:39

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