Nach Kritik an Schulleiter-Gehalt: Schule spricht von einem "Krieg der Worte"

Kritik and Top-Gehalt des ISD-Schulleiters 03:15 Min. Verfügbar bis 22.01.2020

Nach Kritik an Schulleiter-Gehalt: Schule spricht von einem "Krieg der Worte"

Von Raphael Boch

  • Schulleiter soll 415.000 Euro pro Jahr verdienen
  • Schulaufsicht untersucht den Fall
  • Schule schreibt an Eltern und spricht von Fehlinformationen

Die Internationale Schule Düsseldorf (ISD) steht in der Kritik. Der Grund: Laut der Verdienstabrechnung, die dem WDR vorliegt, soll der Schulleiter mehr als 415.000 Euro pro Jahr verdienen. Nun prüft die Schulaufsicht, ob die ISD womöglich zu Unrecht Fördermittel des Landes in Millionenhöhe kassiert hat.

Gehalt orientiert sich an anderen Internationalen Schulen

Die Schule wollte sich am Montag (21.01.2019) auf Nachfrage nicht zum Gehalt des Schulleiters äußern. Eine Sprecherin erläutert gegenüber dem WDR lediglich, dass sich die Gehälter der ISD an vergleichbaren Institutionen im Bereich der Internationalen Schulen orientieren.

Inzwischen hat die Schule ein Rundschreiben an die Eltern verschickt. Das Dokument liegt dem WDR vor. In dem Schreiben spricht die Vorsitzende des Schulvorstandes von einem "Krieg der Worte" gegen die Schule. Die Medien würden Fehlinformationen verbreiten, um dem Ansehen der Schule zu schaden. Zudem seien die Angaben zum Gehalt des Schulleiters nicht korrekt, eine genaue Summe wird allerdings nicht genannt.

Schule wird vom Land mit 3,8 Millionen pro Jahr gefördert

Sigrid Beer von den Grünen im NRW-Landtag wundert sich über das üppige Gehalt. Es sei nicht nachvollziehbar, warum ein Schulleiter einer Privatschule, die vom Land mit rund 3,8 Millionen Euro im Jahr gefördert wird, so viel verdient. Ähnlich äußert sich der schulpolitische Sprecher der SPD, Jochen Ott: "Öffentliche Förderung und Steuergelder für eine Schule und dann ein solches Gehalt, das passt nicht zusammen."

19.000 Euro für den Förderverein

Bereits im November 2018 wurde bekannt, dass die Bezirksregierung die Abrechnungen der ISD untersucht. Der Verdacht: Die Schule bereichere sich zu Unrecht an öffentlichen Geldern. Privatschulen dürfen neben den Fördermitteln des Landes Spenden durch ihren eigenen Förderverein empfangen. Allerdings darf die Mitgliedschaft der Eltern im Förderverein keine Voraussetzung für eine Aufnahme an der Schule sein.

Die Bezirksregierung macht dahinter nun ein Fragezeichen. Denn beim Antrag zur Aufnahme in den Förderverein der ISD sind Fix-Summen von über 19.000 Euro angegeben, die die Eltern pro Schuljahr spenden müssen.

Aktuelle Stunde im NRW-Landtag

Laut der ISD finanziere sich die Schule vor allem aus Schulgeldern der Eltern und durch Spenden von Unternehmen. Warum eine Privatschule, die ihrem Schulleiter ein solch üppiges Gehalt zahlen kann, noch durch öffentliche Förderung unterstützt wird, will die grüne Landtagsabgeordnete Sigrid Beer jetzt von der Landesregierung wissen. Die SPD hat für diese Woche im NRW-Landtag eine aktuelle Stunde zu dem Thema beantragt.

Stand: 22.01.2019, 11:39