Neue Kampagne gegen Handyablenkung am Steuer

Neue Kampagne gegen Handyablenkung am Steuer

  • Mobiltelefon eine der häufigsten Ablenkungen am Steuer
  • Kampagne mit YouTuberin Kati Karenina
  • Fahrsicherheitstraining in Grevenbroich

Der ADAC Nordrhein hat am Mittwoch (16.10.2019) in Grevenbroich gemeinsam mit NRW-Innenminister Herbert Reul eine neue Kampagne gegen Handyablenkung beim Autofahren vorgestellt.

Im Mittelpunkt der Kampagne mit dem Slogan „#handyweg – Dein Leben: Mehr als eine Story.“ steht dieses Video mit YouTuberin Kati Karenina aus Köln.

Handy weg: Verkehrssicherheit für Fahrschüler 01:34 Min. Verfügbar bis 16.10.2020

Kati erreicht auf ihren Social Media-Kanälen täglich mehr als 300.000 Menschen. Für viele der jungen Zuschauer ist sie ein Vorbild, erzählt sie: "Ich glaube, dass ich besonders viele Leute erreichen kann, die das Thema Handy am Steuer selber betrifft."

Um während der Fahrt gar nicht erst in Versuchung zu kommen, hat sie einen Tipp: Das Handy im Handschuhfach verstauen. In dringenden Fällen fährt sie rechts ran.

Handynutzung wie Fahren unter Alkoholeinfluss

In NRW gab es im vergangenen Jahr allein 165.000 Verstöße gegen das Handyverbot am Steuer. Nicht nur wegen dieser hohen Zahl möchte Innenminister Reul mit dieser Kampagne auf die Gefahren aufmerksam machen: "Wenn man mit dem Handy am Steuer fährt ist das wie mit 0,8 Promille Auto fahren und kein Mensch würde sagen, das ist okay. Trotzdem benutzen viele am Steuer das Handy."

Autofahrer unterschätzen Gefahr

Die meisten Autofahrer unterschätzen laut ADAC die Gefahr, die von kurzen Ablenkungen ausgeht. Dabei ist klar: Jede Unaufmerksamkeit erhöht die Reaktionszeit. Wer bei einer Geschwindigkeit von 50 km/h nur zwei Sekunden lang nicht aufpasst, legt laut ADAC fast 28 Meter im Blindflug zurück.

Im Jahr 2018 kamen 3.275 Menschen bei Verkehrsunfällen auf deutschen Straßen ums Leben, 396.018 Menschen wurden verletzt.

Auswirkungen selbst spüren

Beim ADAC-Verkehrssicherheitstag konnten rund 400 Fahranfänger gemeinsam mit ihren Fahrlehrern daher selbst testen, wie sich Ablenkungen auf das Fahrverhalten auswirken: Auf dem Gelände übten sie Vollbremsungen auf nasser Straße und wie man Hindernissen ausweichen kann.

Die Kampagne gegen Handyablenkung soll im Anschluss in 1000 Partnerfahrschulen des ADAC Nordrhein gezeigt werden und so rund 100.000 Führerscheinanwärter pro Jahr erreichen.

Stand: 16.10.2019, 16:07