Brände wüten: Düsseldorfer Feuerwehrmann berichtet aus Urlaub in der Türkei

Rauchsäulen steigen nahe eines Strandes im türkischen İçmeler bei Marmaris auf.

Brände wüten: Düsseldorfer Feuerwehrmann berichtet aus Urlaub in der Türkei

Seit Tagen breiten sich Feuer im Mittelmeerraum aus - so auch in der Türkei. Der Düsseldorfer Feuerwehrmann Sven Deußen ist mit seiner Familie in Kumköy bei Antalya im Urlaub. Er beschreibt, was er erlebt hat.

Sven Deußen lebt gerade ganz in der Nähe des Infernos. Er und seine Familie machen Urlaub in Kumköy bei Antalya, als die Waldbrände in der Türkei ihren Lauf nehmen. Als Brandmeister der Feuerwehr Düsseldorf kann er die Lage gut einschätzen.

Flammen nur drei Kilometer vom Hotel entfernt

"Als wir am Strand waren, haben wir gesehen, dass Rauch aufgestiegen ist. Das hat mir direkt Sorgen gemacht", erzählt Deußen. Der Düsseldorfer habe gesehen, dass es sich gleich um mehrere Brände handelt, die sich in kürzester Zeit stark ausgebreitet hatten.

Das war kurz nach seiner Anreise am vergangenen Dienstag. "Zwischendurch waren die Feuer nur etwa drei Kilometer von der Hotelanlage weg. Da haben wir auch schon hier die extreme Hitzeentwicklung gespürt." Auch die Nächte seien keine Erholung gewesen. Die Familie ist jede Nacht mehrfach aufgestanden, um die aktuelle Entwicklung zu beobachten.

Dass längst nicht mehr alles unter Kontrolle ist, hat auch Deußen gemerkt: "Wir hatten das Gefühl, wenn sich das so weiterentwickelt, dann müssen wir hier raus. Wir haben mit dem Gedanken gespielt, den Urlaub abzubrechen".

Türkei erlebt die schlimmsten Brände seit einem Jahrzehnt

Aktuell sind viele verschiedene Teile des Mittelmeerraums von Bränden betroffen. Besonders heftig ist die Situation eben in der Türkei, wo die Feuer durch Wind immer wieder angefacht werden. Laut türkischen Medien wurde im Urlaubsort Bodrum ein ganzes Viertel evakuiert, 540 Menschen seien mit Booten in Sicherheit gebracht worden.

Auch in Antalya habe es Evakuierungen gegeben. Dort wurden am Sonntag zwei Leichen geborgen, womit die Zahl der Todesopfer seit Beginn der Brände vor fünf Tagen auf acht stieg. Für die Türkei sind es die schlimmsten Brände seit einem Jahrzehnt.

Türkei: "Waldbrände haben sich massiv ausgebreitet"

WDR 5 Morgenecho - Interview 02.08.2021 04:13 Min. Verfügbar bis 02.08.2022 WDR 5


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Nun seien die Brandherde mehr in das Landesinnere gezogen, erzählt der Düsseldorfer. "Das merkt man auch an der Stimmung im Hotel, die viel lockerer und entspannter geworden ist", sagt Deußen.

Momentan bekommt die Familie von den Bränden durch Ascheregen und Rauchsäulen mit, die durch den wechselhaften Wind auch schnell mal vor die Sonne ziehen können. "Wir sind noch bis Mittwoch hier und haben uns gesagt, dass wir jetzt einfach das beste aus der Situation machen." Mittlerweile haben sich die Feuer so weit von der Anlage entfernt, dass die Familie wieder ruhig schlafen kann.

Stand: 02.08.2021, 15:02

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