Hochwasser in Erkrath

Düsseldorf: Mit Eimern und Internet gegen das "Jahrtausendhochwasser"

Stand: 15.07.2021, 15:40 Uhr

Der Starkregen sorgte in Düsseldorf für volle Keller und Menschen in Not. Die Hilfsbereitschaft der Menschen ist hoch - auch in den Sozialen Medien.

Dominik Prem kämpfte mit vollem Einsatz gegen das Hochwasser - analog und in den Sozialen Medien: "Ich habe 1-3 Schlafplätze inklusive Abendessen", das steht in seinem Facebook-Post, den er am Mittwochabend in einer Gruppe veröffentlicht, die sich vor allem an Düsseldorfer richtet. Prem, der selbst in Düsseldorf-Lierendfeld wohnt, richtete sich damit vor allem an die Evakuierten der Ostparksiedlung.

Die Ostpark-Siedlung wurde mit 350 Gebäuden trotz eines Walls aus 25.000 Sandsäcken überflutet. Die kleine Düssel war auf ein historisches Hochwasser von über drei Metern angestiegen.

Eigentlich leitet der 43-Jährige das Senioremheim Rosenhof in Erkrath - während in anderen Teilen in Erkrath alles überflutet war, war die Lage rund um das Seniorenheim nicht so dramatisch. Auf dem Heimweg Richtung Lierenfeld merkte er jedoch, dass die Situation bei Vennhausen und an der Ostparksiedlung deutlich schlimmer war als rund um den Rosenhof, so schildert er es dem WDR. "Ich konnte nicht ruhig zu Hause sitzen, während andere um ihr Hab und Gut kämpfen." Prem überlegt, was er tun kann und postet auf Facebook, dass er noch mehrere Schlafplätze in seiner privaten 65-Quadratmeterwohnung habe. "Kein Palast, aber immerhin trocken."

Hochwasser in Erkrath

Erkrath: Blick in die überflutete Morper Allee

Über 2000 mal wurde sein Post geliked und über 150 mal geteilt. Prem startete damit sogar eine größere Hilfsaktion, denn viele andere Nutzer boten in den Kommentaren nun ebenfalls freie Schlafplätze an. Auch wenn am Ende niemand bei ihm übernachtete, war Prem von der Resonanz überwältigt.

Insbesondere auf Facebook bieten viele Nutzerinnen und Nutzer ihre Hilfe an: Abendessen und Frühstuck, aber auch kostenlose Moebel oder Beratung für den Umgang mit der Hausrat-Versicherung. Manche sammeln bereits Kleiderspenden oder bieten trockene Lagerräume an. Dafür hat sich inzwischen auch eine eigene Gruppe gebildet - unter dem Namen "Hilfe für Düsseldorf Ostpark & andere Hochwassergebiete".

Seit Mittwoch hat die Feuerwehr im Kampf gegen die Wassermassen allein in Düsseldorf 1000 Einsätze abgearbeitet - rund 400 sind jedoch noch offen.

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Nordrhein-Westfalen, Erkrath: Einsatzkräfte der Feuerwehr errichten am Straßenrand eine Wassersperre aus Sandsäcken.

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