Brennende E-Autos: Akkus schwer zu löschen

Ein brennendes Elektroauto wird von der Feuerwehr gelöscht.

Brennende E-Autos: Akkus schwer zu löschen

Von Raphael Boch

  • Akku wird bis zu 1.000 Grad heiß
  • Tausende Liter Wasser werden benötigt
  • Löschlanze soll helfen

Brennende Elektro-Fahrzeuge kommen zur Zeit noch eher selten vor. Doch die Zahl der zugelassenen E-Autos steigt und damit auch die Wahrscheinlichkeit, dass diese in Unfälle verwickelt werden oder einen technischen Defekt haben. Der meist unter dem Fahrzeug verbaute Lithium-Ionen-Akku ist für Feuerwehren eine große Herausforderung.

Akku wird 1.000 Grad heiß

Wird der Akku durch einen Unfall beschädigt oder hat er einen Kurzschluss und gerät in Brand, kommen die Einsatzkräfte mit dem kühlenden Löschwasser kaum an ihn heran, denn er steckt gut verbaut in der Karosserie. Der Akku kann sich bis auf 1.000 Grad erhitzen und damit Sitze, Plastikverkleidung und Reifen in Brand setzen. Tausende Liter Wasser sind nötig, um den Akku zu kühlen. Auf Autobahnen besonders schwer, es gibt keine Hydranten, nur das Wasser in den Löschfahrzeugen.

"Wenn die Batterie durchgeht, dann kann man eigentlich gar nicht von Löschen reden, sondern vom Stoppen einer chemischen Reaktion.", sagt Prof. Roland Goertz von der Universität Wuppertal. Schon ab 80 Grad Celsius geraten die Zellen in einen kritischen Zustand. Hat eine Zelle erst einmal 1.000 Grad erreicht, wird eine Kettenreaktion ausgelöst. Nur wenn der Akku über längere Zeit intensiv gekühlt wird, kann die Reaktion aufgehalten werden.

Löschlanzen sollen helfen

Forscher suchen deswegen nach neuen Methoden, wie die Einsatzkräfte den Akku direkt löschen können. Sogenannte Löschlanzen könnten die Lösung sein. Sie werden im Fahrgastraum, meist im Fußbereich vor der Rückbank, durch den Boden geschlagen. Darunter befindet sich bei vielen E-Fahrzeugen der Akku. Die Lanzen sind an die Wasserversorgung der Feuerwehr angeschlossen.

In der Vergangenheit hatte die Feuerwehr in einigen Fällen die E-Autos samt aufgeheiztem Akku mit einem Kran in einem Wasserbad versenkt. Dafür wurden große Container verwendet. Im Alltag eine eher umständliche Vorgehensweise.

Batterien gelten als sicher

Prinzipiell gelten Lithium-Ionen-Akkus in E-Autos als sicher. So wird beispielsweise bei einem Unfall die Verbindung zum Antrieb gekappt. Damit wird verhindert, dass die Batterie die gesamte Karosserie unter Strom setzt. Laut Experten geht von ihnen keine größere Gefahr aus als von einem Auto mit einem gefüllten Kraftstofftank.

Stand: 13.12.2019, 16:32