Demo gegen Antisemitismus vor Düsseldorfer Landtag

Demonstranten auf einer Demo gegen Antisemitismus vor dem Düsseldorfer Landtag, auf der Bühne Redner

Demo gegen Antisemitismus vor Düsseldorfer Landtag

Über 400 Teilnehmer haben am Nachmittag vor dem Landtag in Düsseldorf gegen zunehmenden Antisemitismus demonstriert und ihre Solidarität mit Israel zum Ausruck gebracht.

"Shalom - gegen jeden Antisemitismus - Solidarität mit Israel" - unter diesem Motto wollten die Deutsch-Israelische Gesellschaft und die Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit ein Zeichen gegen antisemitische Ausschreitungen setzen. Auch nicht organisierte Bürgerinnen und Bürger kamen zu der Kundgebung, die friedlich verlief.

"Nie wieder diesen Hass zulassen"

Zu den Rednern gehörte unter derem Martin Fricke, stellvertretender Superintendent des evangelischen Kirchenkreises. Er betonte, man dürfe "nie wieder zulassen, dass dieser Hass, dieses Denken, diese zerstörerische Gewalt unsere Gesellschaft infiziert: Eine Gewalt, die sich zunächst gegen Dinge richtet und am Ende gegen Menschen".

Düsseldorfs Oberbürgermeister Stephan Keller (CDU) erklärte, man dürfe "Antisemitismus nicht dulden, mit Blick auf unsere historische Verantwortung, auf unsere freiheitliche, demokratische Grundordnung und auf die Vielfalt in unserer Stadt".

Reaktion auf zunehmende antisemitische Aktionen

Erst in der vergangenen Woche hatten 180 Menschen vor der Synagoge in Gelsenkirchen demonstriert und in Sprechchören antisemitische Parolen gerufen. Der Aufmarsch sorgte landesweit für Entsetzen.

Die Polizei hatte die nicht angemeldete Versammlung erst nach zwei Stunden beendet. Gegen mehrere Tatverdächtige wird inzwischen ermittelt.

Auch in Düsseldorf kam es zu antisemitischen Vorfällen. Die Gedenktafel für die alte Düsseldorfer Synagoge und die vor dem Rathaus gehisste israelische Flagge wurden angezündet.

Stand: 21.05.2021, 18:35