Caravan Salon: Corona befeuert Wohnmobil-Boom

Menschen campen am 30.08.2013 auf einem Parkplatz bei der Messe in Düsseldorf

Caravan Salon: Corona befeuert Wohnmobil-Boom

Wohnmobile und Caravans werden immer beliebter. Die Messe Caravan Salon will ab diesem Wochenende in Düsseldorf dafür sorgen, dass der Boom bleibt.

Gedränge am Frühstücksbuffet, volle Flugzeuge und ständig wechselnde Einreiseregeln - Urlaub in Corona-Zeiten kann für Stress sorgen. Planen ist schwierig: Was, wenn Urlauber ein Flugticket buchen und das Ziel morgen ein Hochrisikogebiet ist?

Um solchen Problemen zu entgehen und trotz Corona entspannt in den Urlaub fahren zu können, kaufen sich viele Menschen ein Wohnmobil, sagt Daniel Onggowinarso, Geschäftsführer des Caravaning Industrie Verbands (CIVD). Laut einer Studie des CIVD wurden in Deutschland in den ersten sieben Monaten dieses Jahres 75.000 Wohnmobile und Caravans neu zugelassen – das sind sechs Prozent mehr als im Vorjahr. Die Verkaufszahlen sind auf Rekordniveau.

Die Vorteile: Im Wohnmobil habe man meistens nur Kontakt zu den Menschen, mit denen man Urlaub macht, sagt Onggowinarso. Wer im Wohnmobil verreist, könne außerdem spontaner entscheiden, wo es hingehen soll, als die Person, die schon ein Flugticket gekauft hat.

20.000 Besucher pro Tag beim Caravan Salon

Auf dem Foto findet die Messe Carvan Salon im Jahr 2020 in Düsseldorf statt. In der abgebildeten Halle stehen Wohnmobile, um sie herum laufen interessierte Besucher der Messe.

So sah die Messe im vergangenen Jahr aus.

Passend zum Boom ist nun in Düsseldorf der Caravan Salon gestartet. Dort präsentieren 645 Aussteller in 13 Hallen auf dem Düsseldorfer Messegelände ihre Neuheiten. Dazu zählen nicht nur Reisemobile und Caravans, sondern auch Zubehör wie Ausbauteile oder Outdoorbekleidung, schreibt der Veranstalter.

Pro Tag dürfen 20.000 Besucher kommen. Diese müssen geimpft, genesen oder negativ getestet sein. Hersteller erwarten von der Messe zusätzliche Kaufimpulse - obwohl die kurzfristig gar nicht gebraucht werden.

Zu wenig Wohnmobile auf dem Markt

"Wir kommen kaum hinterher, die Fahrzeuge zu produzieren", sagt Onggowinarso vom Caravaning Industrie Verband. Wie in vielen anderen Branchen auch kämen wegen der Corona-Einschränkungen manche Teile nicht pünktlich an, um Wohnmobile fertig zu bauen. Oft stünden Wohnmobile, bei denen nur ein Teil fehlt, bei den Produzenten herum. Aber ein Wohnmobil ohne Windschutzscheibe könne eben nicht verkauft werden.

Preise steigen

Deswegen müssten Kunden auf selbst zusammengestellte neue Wohnmobile mittlerweile neun bis zwölf Monate warten. Durch die Lieferengpässe stiegen auch die Preise.

Obwohl die Nachfrage nach Wohnmobilen und Caravans momentan höher ist als das Angebot, sei es für die Branche wichtig, langfristig zu denken, so Onggowinarso. Die meisten Menschen kauften ein Wohnmobil nicht spontan und würden sich vorab gut informieren – zum Beispiel auf Messen. Er geht davon aus, dass die Branche ihre Lieferschwierigkeiten im kommenden Jahr in den Griff bekommt und so auch eine weiter steigende Nachfrage bedienen kann.

Boom hält seit Jahren an

Auch der Corona-Boom sei nicht rein auf spontane Wohnmobilkäufe wegen der Pandemie zurückzuführen. Die meisten Käufer, die in den vergangenen Monaten zugeschlagen haben, hätten schon vorher darüber nachgedacht, sich ein Wohnmobil zu kaufen. Corona hätte den Trend zum Wohnmobil nur verschärft. So seien zum Beispiel die Jahre 2017 bis 2019 auch Rekordjahre für die Branche gewesen.

Stand: 28.08.2021, 10:13