Polizisten bei einem Kontrollgang in der abendlichen Düsseldorfer Altstadt.

Nach Altstadt-Ausschreitungen: Düsseldorfer Politik sucht Konzept gegen Gewalt

Stand: 17.08.2021, 18:46 Uhr

Nachdem es am Wochenende bei einem Notarzteinsatz zu Auseinandersetzungen zwischen Polizei und Passanten gekommen war, sucht die Politik nach Lösungen für die Düsseldorfer Altstadt.

Die Stadt Düsseldorf diskutiert über neue Konzepte, um solche Szenen wie in der Altstadt am vergangenen Wochenende zu verhindern. Hunderte Menschen hatten einen Rettungseinsatz gestört, ein 15-Jähriger war festgenommen worden.

Zusätzliche Sicherheitskräfte am Rheinufer?

Düsseldorfs Oberbürgermeister Stephan Keller (CDU) will deshalb eine dauerhafte Anlaufstelle mit Sicherheitskräften an der Rheinuferpromenade installieren. Das habe er in einer Konferenz mit der Polizei vorgeschlagen. Als direkte Reaktion werde der Ordnungsdienst aufgestockt und die Präsenz am Rheinufer und der Altstadt verstärkt. So sollen die Hotspots entschärft werden.

Die CDU verweist außerdem auf eine beschlossene Anti-Gewalt-Kampagne mit Plakaten, die allerdings coronabedingt nicht anlaufen konnte. Keller sieht das kritisch: "Kommunikation ist immens wichtig. Wir werden das aber nicht damit lösen können, dass in der Stadt Plakate aufgehängt werden."

Justiz soll stärker durchgreifen

Für vor allem deutlich strengere Konsequenzen spricht sich indes Andreas Hartnigk als Sprecher der CDU-Ratsfraktion aus. "Es kann und darf nicht sein, dass wir an Wochenenden unsere Altstadt mit Hunderten Polizisten sichern müssen", sagt Hartnigk. Komme es zu Zwischenfällen, erwarte er von der Justiz, dass "auch mal knallhart" durchgegriffen werde und eine Strafe nicht mit zwei Sozialstunden abgeleistet sei.

Keller nannte die Angriffe auf die Einsatzkräfte perfide. Am frühen Samstagabend konnten Rettungskräfte einen Verletzten nur mithilfe der Polizei versorgen. Die Rettungskräfte waren von einer Gruppe Jugendlicher bedrängt worden, die filmen wollten, im Laufe der Zeit hatten sich bis zu 200 Menschen mit den Jugendlichen verbündet. Ein besonders auffälliger, handgreiflich gewordener 15-Jähriger war festgenommen worden, gegen ihn wird ermittelt.

Immer wieder Tumulte in der Altstadt

Die Düsseldorfer Altstadt steht immer wieder im Mittelpunkt von Polizeieinsätzen. Im Dezember 2020 war beispielsweise eine große Gruppe Jugendlicher mit der Polizei aneinandergeraten, als rund 50 Jugendliche einen festgenommenen 16-Jährigen mit Gewalt befreien wollten. Und im vergangenen Mai musste die Polizei Teile der Altstadt räumen, da die Menschen sich nicht an die wegen der Corona-Pandemie geltenden Mindestabstände und Maskenregeln gehalten hatten.

Im August 2020 hatte ein Polizeieinsatz hohe Wellen geschlagen, nachdem ein Video von der Festnahme eines Jugendlichen publik wurde, das zeigt, wie ein Polizist auf dem Jugendlichen kniet. Dabei habe es sich allerdings um ein berechtigtes Vorgehen gehandelt, urteilte die Staatsanwaltschaft.