Diskussion um Waffenverbotszone in Düsseldorfer Altstadt

Stand: 25.10.2021, 17:20 Uhr

In der Düsseldorfer Altstadt gab es innerhalb von acht Tagen zwei lebensgefährliche Angriffe - ein junger Mann starb. Jetzt mehren sich die Stimmen für ein Waffenverbot.

Düsseldorf Oberbürgermeister Stephan Keller (CDU) hatte am Wochenende ein Waffenverbot in der Düsseldorfer Altstadt ins Gespräch gebracht. Er sagte am Montag:

"Das ist natürlich eine Maßnahme, die nur stichprobenartig überprüft werden kann. Aber wir müssen dafür sorgen, dass Menschen, die ohne friedliche Absicht in die Altstadt kommen, immer damit rechnen müssen, erwischt zu werden". Dadurch solle die Altstadt sicherer werden - denn "wir möchten, dass die Altstadt eine Altstadt für alle bleibt."

Keller betont, dass eine Waffenverbotszone in der Altstadt eine Maßnahme sei, die das Land ergreifen und die Polizei umsetzen müsse: "Insofern gehen wir jetzt ins Gespräch mit den Landesbehörden", so Keller. Wie ein solches Verbot dann genau kontrolliert werden könnte, sagte er nicht.

Polizeipräsident ist ebenfalls für Waffenverbot

Auch der Düsseldorfer Polizeipräsident, Norbert Wesseler, unterstützt die Idee eines Messer- bzw. Waffenverbots in der Altstadt: "Das bedeutet für die Einsatzkräfte Handlungssicherheit. Messer und/oder Waffen haben in der Altstadt nichts zu suchen. Es gibt aus meiner Sicht keine begründbare Situation, in der ich als friedlich feiernder Altstadtbesucher ein Messer und/oder eine Waffe benötige."

Angst in der Altstadt?

Friedliche Altstadtbesucher sollen in Düsseldorf geschützt werden. Die Polizei hatte erst vor wenigen Wochen die Videoüberwachung in der Altstadt ausgeweitet. Die Stadt hatte außerdem die Beleuchtung am nahe gelegenen Rheinufer in Düsseldorf verstärkt, weil es auch dort vermehrt zu Straftaten und Tumulten gekommen war. Trotzdem kam es zu den lebensgefährlichen Angriffen - einen hundertprozentigen Schutz wird es wohl nicht geben können. Eine WDR-Umfrage ergab, dass die Menschen in Düsseldorf die Sicherheit in der Altstadt aktuell unterschiedlich bewerten.

Grund für Diskussion: Zwei schwere Angriffe an zwei Wochenenden in Altstadt

Am vergangenen Wochenende war ein 17-Jähriger bei einer Auseinandersetzung durch mehrere Messerstiche lebensgefährlich verletzt worden. Erst am Wochenende davor gab es einen Streit, bei dem ein junger Mann mit einer abgebrochenen Glasflasche tödlich verletzt wurde - laut Obduktion hatte die Flasche sein Herz verletzt, worauf der 19-Jährige verblutete.