Mehr Sicherheit, weniger Müll: Düsseldorfer Altstadt soll attraktiver werden

Polizei kontrolliert Düsseldorfer Altstadt

Mehr Sicherheit, weniger Müll: Düsseldorfer Altstadt soll attraktiver werden

Die Düsseldorfer Altstadt soll sicherer und sauberer werden. Lärm, Müll und Schlägereien sorgen dort seit längerem für Kritik bei Gästen und Anwohnern.

Mitarbeiter der Stadt sollen auf den Plätzen und in den Gassen künftig öfter und konsequenter auftreten. So soll in Nähe des Rheins möglichst schnell – spätestens aber Anfang nächsten Jahres – eine gemeinsame Anlaufstelle von Ordnungsamt und Polizei entstehen, um bei Problemen in der Altstadt schneller eingreifen zu können. Als möglicher Standort ist das Rathausufer 8 im Gespräch.

Oberbürgermeister Stephan Keller (CDU) erklärt: "Wenn, wie am vergangenen Wochenende, in einer Nacht 78 Polizeieinsätze und 36 Strafanzeigen nötig waren – darunter 16 Mal Körperverletzung, zehn Taschendiebstähle und sechs Raube – dann wollen wir das nicht als Normalität akzeptieren, sondern mit Konsequenz und Präsenz dagegen vorgehen."

Die Düsseldorfer Altstadt ist mit Menschengruppen gefüllt. Es ist Nacht.

Der Ordnungs- und Servicedienst soll zudem mehr Mitarbeiter bekommen und nächstes Jahr ein neues Einsatzleitfahrzeug erhalten. Die mobile Leitstelle soll an Plätzen in der Altstadt eingesetzt werden, an denen es immer wieder zu Schlägereien kommt.

Weniger Müll und mehr Licht

Mit zusätzlichen Reinigungsteams, Müllsaugern und größeren Abfallkörben will die Stadt außerdem schneller den anfallenden Müll in der Düsseldorfer Altstadt beseitigen. Außerdem soll eine zusätzliche Beleuchtung am Rhein installiert werden.

Weniger E-Scooter in der Altstadt

Die Stadt will auch gegen E-Scooter härter vorgehen. Vor allem betrunkene Fahrer und falsch abgestellte Roller seien ein Problem. Der verkehrspolitische Nutzen der Scooter sei "fragwürdig", so die Stadt.

Deswegen soll die Zahl der E-Scooter ab dem kommenden Jahr halbiert werden. Die Anbieter sollen höhere Gebühren an die Stadt zahlen müssen. Ab dem kommenden Jahr soll das Fahren zudem "stationsbasiert" ablaufen. Die Parkverbotszonen an Gewässern und Grünanlagen sollen vergrößert werden. Schon seit Juni gibt es außerdem erste feste Parkzonen für die Fahrzeuge.

E-Scooter-Anbieter kritisieren Pläne der Stadt

Am Freitag haben die E-Scooter-Anbieter angekündigt, sich gegen die Reduzierung ihrer Flotte zu wehren. "Das autozentrierte Denken" und die damit einhergehenden Einschränkungen könnten dazu führen, dass "Düsseldorf verkehrspolitisch abgehängt und die Verkehrswende in der Stadt blockiert werde", argumentieren sie. Die Maßnahmen seien überzogen.

Außerdem würden die E-Scooter in Düsseldorf sehr gut angenommen. Hunderttausende Nutzer hätten damit Millionen Fahrten absolviert. Die Anbieter halten es für falsch, "die Bedürfnisse der Menschen zu ignorieren".

Das neue Konzept für mehr Sicherheit in der Altstadt baut auf früheren Maßnahmen auf. So geht sie zum Beispiel seit August schon schärfer gegen Wildpinkler vor: Inklusive Gebühren sind mittlerweile bis zu 178,50 Euro fällig. Vorher waren es noch 35 Euro.

Stand: 15.10.2021, 15:10

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