Drohnen filmen Kölner Dom - Türme

Abgesperrte Domplatte für Drohnenaufnahmen

Drohnen filmen Kölner Dom - Türme

Von Frank Piotrowski

  • Der Kölner Dom wird digitalisiert
  • 30 Stunden kreist die Drohne um die Domtürme
  • Digitaler Domzwilling wird Reparaturen erleichtern

Ein Flugfeld direkt vor dem Kölner Dom ist sonst undenkbar, weil das ganze Jahr über viele Menschen auf der Domplatte unterwegs sind. Aber wegen Corona ist es derzeit so leer, dass die Domplatte aktuell in einem großen Bereich abgesperrt ist. 30 Stunden wird eine etwa ein Meter große Drohne in dieser Woche an die Domtürme heranfliegen- bis auf fünf Meter Entfernung. Sie filmt jedes noch so kleine Detail.

Der Kölner Dom wird digitalisiert

Die vielen Stunden Filmmaterial über die beiden 157 Meter hohen Domtürme werden anschließend digitalisiert. So kann man alle Maße des Doms feststellen. Außerdem sehen die Experten der Dombauhütte auf diese Weise, ob es womöglich Beschädigungen gibt, die sonst nicht erkennbar sind. Für Dombaumeister Peter Füssenich ist das von unschätzbarem Wert. Manche Bauteile haben die Handwerker der Dombauhütte zuletzt vor knapp 200 Jahren bei ihrem Einbau gesehen.

30 Stunden kreist die Drohne um die Domtürme

30 Stunden wird die professionelle Drohne mit mehreren GPS, einer hochauflösenden Kamera und zahlreichen Sicherheitsausstattungen in dieser Woche um die Domtürme fliegen. Ziel ist es, bis Ende des kommenden Jahres sogar den gesamten Dom abgeflogen und digitalisiert zu haben. Nur weil der Zentrale Dombauverein die Kosten von etwa 250.000 Euro dafür übernimmt, ist dieses Projekt finanziell möglich.

In zukünftigen Epochen werden sich diese Ausgaben laut Dombaumeister rechnen. Statt Gerüste in mühsamer Arbeit in schwindelerregender Höhe im Dom zu montieren, um ein Aufmaß eines defekten Bauteil vorzunehmen, genügen künftig ein Paar Klicks am Computer.

Digitaler Domzwilling wird Reparaturen erleichtern

Die Arbeit der Steinmetze wird auch der digitale Zwilling des Doms künftig nicht ersetzen können, aber sie werden mehr Zeit für die eigentlichen Reparaturarbeiten haben. Dombaumeister Peter Füssenich kann es sich sogar vorstellen, später einmal den Dom ins Netz zu stellen. Gerade in Zeiten von Corona liegen solche Gedanken nahe. Bis das Wirklichkeit werden könnte, sind aber noch viele Probleme zu lösen. Denn den Dom von innen in gleicher Weise mit den Drohnen abzufliegen, ist wegen der vielen kostbaren Kunstschätze an den Wänden ein Risiko.

Stand: 22.04.2020, 17:44

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