Kölner Dreigestirn vor Proklamation in freiwilliger Quarantäne

Das Kölner Dreigestirn bei einer Pressekonferenz

Kölner Dreigestirn vor Proklamation in freiwilliger Quarantäne

Von Jochen Hilgers

In einem Hotel am Heumarkt hat sich das designierte Kölner Dreigestirn bis zur Proklamation am Freitag in freiwillige Selbstisolation begeben. Diesmal soll vor dem so wichtigen Termin nichts schiefgehen.

Mit einer kurzen Schlüsselübergabe im kleinsten Kreis durch Hoteldirektor Frank Schönherr ist das designierte Kölner Dreigestirn in seine Hofburg, ein Hotel am Heumarkt, eingezogen. In Selbstisolation, damit sich die Situation vom Karnevalsauftakt im November nicht wiederholt.

Am Nachmittag vor der Sessionseröffnung am 11.11. war Prinz Sven, der Erste positiv getestet worden. Der große Auftritt der Drei fiel damit aus.

Im Kölner Gürzenich sollen Prinz, Bauer und Jungfrau am Freitag (07.01.2022) von der Kölner Oberbürgermeisterin zum zweiten Mal ohne Publikum proklamiert werden. Sie seien trotzdem aufgeregt und hätten sich schon seit langem auf den Abend vorbereitet, sagen sie. Die Proklamation wird für das WDR Fernsehen aufgezeichnet und am darauffolgenden Sonntag (20:15 Uhr) gesendet.

Erstmals wieder Karnevalsgottesdienst

Nach dem coronabedingten Ausfall im vergangenen Jahr soll in dieser Session wieder ein Karnevalsgottesdienst im Kölner Dom stattfinden. Erstmals findet er am Wochenende nach der traditionellen Proklamation des Dreigestirns und des Kinderdreigestirns statt. Somit können sie in ihren Amtstrachten teilnehmen. Bisher liefen die feierlichen Rituale in umgekehrter Reihenfolge ab. Der Segnungsgottesdienst zählt üblicherweise zu den am besten besuchten Gottesdiensten im Kölner Dom. In diesem Jahr wird aber nur ein kleiner Teilnehmerkreis zugelassen.

Das doppelte Corona-Dreigestirn

Für das Dreigestirn ist es die zweite Session in Coronazeiten. Im vergangenen Jahr fielen fast alle offiziellen Termine aus. Prinz, Bauer und Jungfrau hielten aus der Hofburg heraus online mit den Jecken Kontakt.

In Seniorenheimen feierten sie mit damals schon geimpften Menschen unter freiem Himmel Karneval. Das sei unheimlich wichtig für die Kölnerinnen und Kölner, ist sich Jungfrau Gerdemie (Björn Braun) sicher. Daher sei es für die Drei auch keine Frage gewesen, nochmal anzutreten. Im Herbst habe es noch so ausgesehen, als gebe es eine halbwegs normale Session. Das sei nun anders. Man nehme es aber wie es komme, sagt Bauer Gereon (Glasemacher).

Soziale Termine bevorzugt

Sie hoffen auf einige Auftritte mehr vor Publikum als in der vergangenen Session. Prinz Sven sagt, dass sie sich dabei vor allem auf soziale Termine an Wochenenden konzentrieren würden. Die Hofburg sei dabei der ideale Standort. Man wohne zwar nicht die ganze Zeit bis Aschermittwoch auf der siebten Etage des Hotels wie in Vor-Coronajahren. Das Hotel diene aber als Basis und Ausgangspunkt für die Termine, wo man sich umziehen, vorbereiten und zwischendurch auch mal durchatmen könne.

Kein Rosenmontagszug im Mai

Das Festkomitee geht auf Nummer sicher. Die Gesundheit sei das Wichtigste, wird FK-Präsident Christoph Kuckelkorn nicht müde zu sagen. Die Karnevalisten würden die Lage täglich beobachten und entsprechend schauen, was möglich ist. Einer Verschiebung des Karnevals in den Frühling hatte das Festkomitee von vorneherein eine Absage erteilt. Und auch Bauer Gereon hält eine Verschiebung für keine gute Idee. Auf die Frage, sich vorstellen zu können an einem Montag im Mai auf dem Wagen von Bauer und Jungfrau durch die Severinstorburg zu fahren, antwortete er mit einem ganz klaren "Nein".

Stand: 03.01.2022, 17:05