Woelki kritisiert Abschottung gegenüber Flüchtlingen

Woelki kritisiert Abschottung gegenüber Flüchtlingen

Am Tag der Heiligen Drei Könige richtet der Kölner Erzbischof Rainer Maria Woelki den Blick auf die weltweite Abschottungspolitik. Wie wäre es den Königen heute ergangen?

Der Kölner Erzbischof Rainer Maria Woelki hat die Abschottung Europas gegenüber Migranten erneut kritisiert. Heute würden immer höhere Mauern gebaut, "weil alle Fremden nach Möglichkeit gar nicht erst in unser gelobtes Land einreisen sollen", sagte Woelki am Sonntag im Wort des Bischofs im Kölner Bistumssender Domradio. So wären die Heiligen Drei Könige aus der biblischen Geschichte um Jesu Geburt heute "vermutlich schon an der Grenze abgewiesen worden".

Aufbrechen wie die Heiligen drei Könige

Oder sie hätten all ihr Gold und den Weihrauch und die Myrrhe an Schlepperbanden verloren. Wer Jesus nahe sein wolle, der müsse aufbrechen wie damals die Heiligen Drei Könige, sagte der Kölner Kardinal. Dazu gehöre das Aufbrechen aus liebgewonnenen Gewohnheiten, aus selbstzufriedenen Trägheit oder aus der Dunkelheit unseres Lebens.

Das sei zwar nicht immer einfach. "Christus, dem Licht der Welt, jeden Tag wenigstens ein bisschen näher zu kommen, es ist doch wenigstens einen Versuch wert", sagte Woelki.

Flüchtlingszahl sinkt

Unterdessen hat das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen (UNHCR) aktuelle Zahlen veröffentlicht. Wie das UNHCR am Sonntag in Berlin mitteilte, sank die Zahl der Asylanträge in Deutschland in den ersten sechs Monaten des vergangenen Jahres um weitere 20 Prozent. Im ersten Halbjahr 2018 seien 81.800 Anträge auf Asyl registriert worden. 2017 waren es im gleichen Zeitraum 101.000 Anträge, 2016 noch 387.700.

Stand: 06.01.2019, 16:30