Geimpft, genesen, getestet - Partynächte in Köln

3G-Party-Köln

Geimpft, genesen, getestet - Partynächte in Köln

Von Patrick Stijfhals

Seit fast einem Monat darf wieder gefeiert werden. Mit Hygienekonzept und 3 G können sogar die Masken fallen. Und am Wochenende läuft das Party-Leben wieder auf Hochtouren.

"Einmal Impfnachweis bitte mit Personalausweis dazu.“ Türsteher Chris kontrolliert die Ausweise vor der Roonburg in Köln, einem Club im Kwartier Latäng, dem Studentenviertel Kölns. Der Nachholbedarf scheint groß: Schon um 21 Uhr stehen hier mehr als 80 Feierwillige mit Maske vor der Tür.

"Habe leider keinen Perso, darum habe ich einen Schülerausweis.", sagt ein Schüler mit Basecap und braunen Locken dem Türsteher. Chris muss hier hart sein: "Das ist schlecht, wir brauchen einen Personalausweis oder Führerschein. Hast du gar nichts dabei? Dann kann ich dich leider nicht reinlassen".

Strenge Kontrollen

Die Roonburg hat sich für das 3G-Konzept entschieden. Wer nicht geimpft oder genesen ist, braucht einen PCR-Test, um in den Laden zu kommen. Doch weil die gerne einmal 60 Euro kosten, kommen nur wenige mit einem Testnachweis hierher. "Am Abend vielleicht maximal fünf Leute", sagt Stefan Janssen, der Betriebsleiter der Roonburg. Außerdem musste er ein Hygienekonzept vorlegen: Sein Club darf nur rund die Hälfte der Gäste reinlassen und in der Schlange tragen alle Maske. Erst wenn sie am Eingang die 3G nachweisen können, dürfen sie sie wieder abnehmen.

Feiernde finden Kontrollen gut

In der Schlange nehmen die Feiernden die etwas längere Wartezeit gerne in Kauf. "Bis auf, dass man in der Schlange die Maske anziehen muss, ist es, als wäre Corona nie gewesen. Es ist einfach geil, mal wieder unterwegs zu sein und mit Leuten im Club zu sein." Für zwei junge Frauen fühlt sich die neue Freiheit noch etwas seltsam an: "Man fühlt sich immer noch unsicher, man weiß nicht genau, ob alle wirklich geimpft sind."

Die Partynacht beginnt ruhig

Auch ein paar Meter weiter am "Späti Köln" am Zülpicher Platz ist es gegen 22:30 Uhr noch ruhig. Vor anderthalb Monaten wurde hier in der Nähe ein 18-Jähriger durch einen Messerstich getötet. Die Stimmung soll in der Corona-Zeit aggressiver geworden sein, doch davon ist im Moment nichts zu spüren. Dean und Frederick stoßen mit Flaschenbier auf dem Platz an. Sie waren schon einige Male feiern und wurden überall kontrolliert. "Die Clubs sind sehr penibel, mein Impfausweis wird immer kontrolliert, zusammen mit meinem Ausweis, bisher habe ich kein schlechtes Gefühl."

Feiern ohne Einschränkungen

In der Roonburg füllt sich die Tanzfläche. Unter der Discokugel wippen einige im Takt zu einem Remix von David Guetta. Statt 600 sollen heute nur rund 300 Gäste kommen. Ansonsten gibt es keine Einschränkungen. Niklas sagt: "Man fühlt gar nicht, dass Corona existiert. Dadurch, dass alle geimpft oder genesen sind hat man auch gar keine Angst mehr, dass man sich infiziert."

Stand: 19.09.2021, 14:54