Eltern erstochen: Anklage vor Schwurgericht Bonn

Justitia wirft einen Schatten.

Eltern erstochen: Anklage vor Schwurgericht Bonn

Von Ulrike Schödel

  • Sohn begeht Doppelmord an Eltern
  • Angeklagter ist voll schuldfähig
  • Prozessauftakt noch nicht terminiert

Nach der Tötung seiner Eltern muss sich ein 30-Jähriger aus Weilerswist (Kreis Euskirchen) demnächst wegen mutmaßlichen zweifachen Mordes aus niederen Beweggründen verantworten, das gab die Bonner Staatsanwaltschaft am Dienstag (20.08.2019) bekannt.

Angeklagter war "genervt" von Eltern

Laut Anklage soll der Sohn seine Eltern am Abend des 30. April 2019 mit zahlreichen Messerstichen angegriffen haben, weil er sich von ihren Vorhaltungen "genervt gefühlt" habe und "einfach Ruhe haben" wollte.

Zunächst soll der Angeklagte den 62-jährigen Vater mit 30 Messerstichen im Schlafzimmer getötet haben. Anschließend griff er seine 60-jährige Mutter im Eingangsflur an, als sie gerade den Notruf gewählt und die Polizei zu Hilfe gerufen hatte. Auch auf sie stach der Angeklagte 30 Mal ein. Als die Beamten eintrafen, lag sie bereits im Sterben.

Angeklagter zwar betrunken aber voll zurechnungsfähig

Der 30-Jährige befand sich noch im Haus, als die Beamten eintrafen. Er soll bei seiner Festnahme massiv Widerstand geleistet haben, so die Staatsanwaltschaft.

Nach Erkenntnissen der Ermittler war der Sohn zur Tatzeit zwar stark alkoholisiert, soll sich aber nicht in einem psychischem Ausnahmezustand befunden haben und damit voll schuldfähig sein. Der Angeklagte jedoch gibt vor, dass er Wahnvorstellungen gehabt habe.

Der Prozess findet demnächst vor dem Bonner Schwurgericht statt. Einen Termin gibt es noch nicht.

Familiendrama in Weilerswist Aktuelle Stunde 01.05.2019 00:25 Min. Verfügbar bis 01.05.2020 WDR

Stand: 20.08.2019, 15:34