Dombauhütten wollen immaterielles Weltkulturerbe werden

Glasmalerin Ruth Weiler repariert Kirchenfenster

Dombauhütten wollen immaterielles Weltkulturerbe werden

Von Frank Piotrowski

  • Dombauhütten aus Köln und Soest stellen Antrag
  • Vom Aussterben bedrohte Berufe bewahren
  • Wachsender Wirtschaftlicher Druck
  • Entscheidung im kommenden Jahr

Die Kölner und Soester Dombauhütten wollen immaterielles Kulturerbe der Menschheit werden. Zusammen mit den anderen Dombauhütten Europas. Am Mittwoch (06.02.2019) stellt der Kölner Dombaumeister mit vier seiner europäischen Kollegen den Antrag bei der UNESCO in Paris.

Vom Aussterben bedrohte Berufe

Viele Berufe, die die Handwerker in der Dombauhütte ausüben, sind vom Aussterben bedroht. Der letzte Schmied mit offenem Feuer in der Kölner Innenstadt fertigt unter anderem die Spezialwerkzeuge, die seine Handwerkerkollegen im Dom benutzen.

Die Bildhauerin hält einen neuen Arm für Petrus

Die Bildhauerin Uta Tröger bei der Arbeit

Eine Glasmalerin gestaltet zum Beispiel Fenster für die Kathedrale, die in industrieller Fertigung nicht mehr von Hand bemalt, sondern heute gedruckt würden. Dann würden die Fenster aber nicht mehr so brillant leuchten wie bei der aufwendigen Handwerkskunst. Und eine Bildhauerin setzt auf moderne Werkstoffe, damit 74 Jahre nach Ende des zweiten Weltkriegs noch immer Kriegsschäden beseitigt werden können.


Wachsender Wirtschaftlicher Druck

Ein Mitarbeiter der Dombauhütte untersucht in Köln die Abbruchstelle (M links) an der Domfassade

Untersuchungen am Dom gehören zur täglichen Arbeit

Viele Arbeiten, die konventionelle Handwerksbetriebe in wenigen Tagen erledigen würden, brauchen mit den hohen Qualitätsstandards oft Wochen oder Monate. In einigen Ländern wie Frankreich, werden auch bedeutende Kirchen von Fremdfirmen restauriert. Aus Kostengründen.

Entscheidung im kommenden Jahr erwartet

Die Aufnahme ins immaterielle Kulturerbe der Menschheit soll helfen, dass Handwerk in Hochkultur erhalten bleibt. Das bedeutet, dass hohe Kosten akzeptiert werden. Nur so kann auch über Jahrhunderte betrachtet die bauliche Qualität von Kulturdenkmälern wie dem Kölner Dom oder der Soester Wiesenkirche bewahrt werden. Mit der Entscheidung der UNESCO wird im kommenden Jahr gerechnet.

Stand: 05.02.2019, 15:57