Schutzkleidung: Die Lager füllen sich wieder

Remscheid: Großhändler für Schutzkleidung ist jetzt Krisen-Manager Lokalzeit Bergisches Land 09.04.2020 03:13 Min. Verfügbar bis 09.04.2021 WDR Von Gabi van den Boom

Schutzkleidung: Die Lager füllen sich wieder

Von Gabi van den Boom

  • Krisenmanagement bei Remscheider Großlieferant
  • Betrüger wollen Geld verdienen
  • Ware wird gestohlen

Gute Nachrichten aus Remscheid: Bei der Firma Dönges, einem Großlieferanten für Schutzkleidung, füllen sich die Lager langsam wieder. Schutzmasken, Handschuhe, Kittel können zumindest teilweise wieder geliefert werden. Denn in Asien wird wieder produziert. Gerade konnte die Firma die Feuerwehren im Bergischen mit 50.000 Schutzmasken versorgen.

Wucherpreise stehen auf der Tagesordnung  

Ein Mann steht in einem Lager und hält eine Maske in der Hand

Florian Muchow übernimmt das Krisenmanagement

Florian Muchow war bis vor kurzem noch Kundenbetreuer, inzwischen ist er Krisenmanager. Zwar gibt es wieder Waren. Doch wegen der hohen Nachfrage sind die Einkaufspreise drastisch gestiegen, teilweise um das vierzigfache. Wer noch an einigermaßen bezahlbare Ware kommen will, muss lange warten. Wucherpreise werden derzeit für Masken mit höchstem Sicherheitsstandard aufgerufen – bis zu 45 Euro pro Stück.  

Fälscher wollen Geld verdienen

Die hohen Marktpreise rufen jetzt auch zunehmend Fälscher auf den Plan. 80 bis 90 Prozent die Angebote, die Florian Muchow derzeit erhält, seien Fälschungen. Nicht sicher produziert: eine Auszulieferung wäre katastrophal für Kliniken. Jedes Angebot wird deshalb genau geprüft.

Prioritäten bei der Verteilung

Zwei Männer stehen in einem Lager vor mehreren Kisten

Die Lager füllen sich langsam wieder

Bei Dönges stehen die Telefone nicht mehr still. Florian Muchow setzt ganz klar Prioritäten bei der Verteilung. Krankenhäuser, Rettungsdienste und Pflegeeinrichtungen werden zuerst beliefert. Wegen der Krisensituation arbeite man derzeit ohne Gewinne – sonst würden die Preise noch weiter steigen. Auch mit Spenden will die Firma Dönges helfen. So hat die Diakonie Wermelskirchen hat jetzt 1000 Schutzmasken erhalten.  

 Diebstahl steht auf der Tagesordnung

Seit der Krise hat sich alles verändert. Masken und Kittel, das war bis vor kurzem einfache Massenware – heute sind solche Produkte weltweit heiß begehrt. Lieferungen wurden beschlagnahmt und gestohlen, erzählt der Krisenmanager. Deshalb ist man bei Dönges dazu übergegangen, die Waren mit schwarzer Folie einzuwickeln, um Diebe abzuhalten.  

Stand: 09.04.2020, 20:18

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