Jülich: Wohin mit den radioaktiven Brennelementen?

Castor-Behälter mit der Aufschrift "Radioaktiv"

Jülich: Wohin mit den radioaktiven Brennelementen?

Über den Verbleib der radioaktiven Brennelemente aus dem früheren Versuchsreaktor Jülich wird am Dienstag in Jülich diskutiert.

Vor Ort tagt am Dienstag (19.02.2019) das Nationale Begleitgremium zur Endlagersuche. Darin sind Experten und interessierte Bürger vertreten. Ihr Ziel ist es, die Suche der Bundesregierung nach einem Standort für hochradioaktive Abfälle in Deutschland zu begleiten. Dieser Standort soll bis zum Jahr 2031 gefunden werden.

Genehmigung abgelaufen

Ungeklärt ist nach wie vor auch der Verbleib der Brennelemente aus dem früheren Versuchsreaktor Jülich, der 152 Castor-Behälter füllt. Die Zeit drängt: Die Genehmigung für die Lagerung in Jülich ist seit Jahren abgelaufen. Nach Angaben der Jülicher Entsorgungsgesellschaft für Nuklearanlagen, kurz JEN, werden weiterhin drei Optionen geprüft: der Bau eines neuen Lagers in Jülich, der Transport ins Zwischenlager Ahaus oder die Rückführung in die USA. Von dort stammt der Kernbrennstoff ursprünglich.

Viele offene Fragen

Bei allen drei Optionen gibt es noch offene Fragen. So ist zum Beispiel unklar, wie die Brennelementekugeln bei einem Transport vor einem Terroranschlag geschützt werden können. Solange nicht feststeht, welche Option sich am schnellsten umsetzen lässt, müssen alle drei gleichzeitig vorangetrieben werden.

Neue Kritik aus den USA

Doch nicht nur in Ahaus, sondern auch in den USA wächst der Widerstand gegen eine Lagerung der Kugeln. Eine atomkritische Organisation aus Savannah in South Carolina kritisiert, die Brennelemente würden dort in einer maroden Militäranlage unter Bedingungen aufgearbeitet, die in Europa längst nicht mehr zulässig seien.

Stand: 19.02.2019, 08:49

Kommentare zum Thema

1 Kommentar

  • 1 Marlies Schmidt 19.02.2019, 18:22 Uhr

    Ihre Aussage "... Brennelemente aus dem früheren Forschungsreaktor Jülich ..." ist falsch! Die Brennelementekugeln stammen aus einem Versuchsreaktor. Das ist ein gravierender und folgenschwerer Unterschied. Das Versuchskernkraftwerk "AVR Jülich" diente der Stromerzeugung und war kein Forschungsreaktor zur Neutronenproduktion!

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