Schadstoffe illegal in Rhein geleitet

 Aufgrund der anhaltenden Trockenheit und der hohen Temperaturen ist der Wasserstand des Rheins niedriger als gewöhnlich.

Schadstoffe illegal in Rhein geleitet

  • Illegal eingeleitete Lösemittel im Rhein
  • Niederlande stellen Trinkwassergewinnung aus dem Rhein ein
  • Verursacher der Schadstoffe unbekannt
  • Problem ist Behörden bekannt

Der NRW-Landesverband des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) warnt vor illegalen Einleitungen von Schadstoffen in den Rhein. Am Niederrhein seien über Wochen Grenzwertüberschreitungen beim Lösemittel 1,4-Dioxan festgestellt worden, teilte der Verband am Donnerstag (25.10.2018) mit.

Verursacher noch unbekannt

Nach bisherigen Untersuchungen des NRW-Landesamtes für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (LANUV) gibt es gleich mehrere dieser Einleitungen in den Niederrhein. Der BUND spricht von "vermutlich mehreren Hundert Kilogramm dieses Stoffes pro Tag". Der Verursacher konnte bislang noch nicht ermittelt werden.

Behörden bei der Quellensuche

"Das Problem ist seitens der Behörden bekannt, Messungen laufen", so Dagmar Groß, Sprecherin der Bezirksregierung Düsseldorf als zuständiger Wasserschutzbehörde, gegenüber dem WDR. Derzeit laufe zudem intensiv die Quellensuche. Es gebe nicht "den einen" Verursacher, sondern mehrere. Mögliche Quellen wurden bisher unter anderem im Bereich von Emscher, Lippe und Rhein identifiziert.

"Analytische schwer fassbar"

1,4-Dioxan ist nach Angabe der Behörde ein Lösungsmittel, das bei der Produktion von Klebstoffen, Abbeizmitteln und Farbstoffen verwendet wird. Es entstehe aber auch als Nebenprodukt bei Produktionsprozessen. "Wegen seiner guten Wasserlöslichkeit und geringen Molekülgröße ist es analytisch nur schwer fassbar.", so Groß.

Trinkwassergewinnung eingestellt

In den Niederlanden, in denen ein geringerer Grenzwert gilt als in Deutschland, ist als Folge seit Ende September die Trinkwassergewinnung aus dem Rhein eingestellt.

Forderung: Alle Daten offenlegen

Gewerbe und Industrie sowie die Betreiber von Kläranlagen sieht der BUND in der Pflicht, zusätzliche Maßnahmen zum Gewässerschutz zu ergreifen. "Die Hersteller wasserbelastender Stoffe müssen endlich alle Daten ihres Abwassers offenlegen und die betrieblichen Vorkehrungen zur Rückhaltung in Niedrigwasserzeiten verstärken", so Paul Kröfges, BUND-Wasserexperte. Große Kläranlagen und solche an stark mit Abwasser belasteten Gewässern sollten außerdem eine weitere Reinigungsstufe erhalten.

In Folge des anhaltenden Niedrigwassers befürchtet der BUND außerdem einen weiteren Anstieg der Schadstoffkonzentrationen im Rhein.

Stand: 26.10.2018, 12:37

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