Künstliche Intelligenz: Ein Meilenstein in der Diabetestherapie

Künstliche Intelligenz für Diabetiker Verfügbar bis 20.04.2022

Künstliche Intelligenz: Ein Meilenstein in der Diabetestherapie

Von Annette Holtmeyer

Für Diabetiker gibt es ab sofort ein intelligentes, selbstlernendes Insulin-Abgabe-System, das ihren Alltag erleichtert. Aus Sicht von Medizinern ein Meilenstein in der Therapie. Das Gemeinschaftskrankenhaus Bonn bietet diese neue Technologie ab sofort ihren Patientinnen und Patienten an.

Eine Frau zeigt das an ihrem Arm angebrachte neue System der Diabetestherapie.

Marina Sonntag bekommt als erste Bonner Patientin das neue System.

Im hauseigenen Diabeteszentrum des Bonner Gemeinschaftskrankenhauses bekommt Marina Sonntag, 29 Jahre, ein Insulinmessgerät und eine Insulinpumpe angelegt. Das Besondere: diese beiden Systeme sind so verbunden, dass andauerndes Messen des Blutzuckers die Pumpe steuert. Die Technologie sorgt selbständig dafür, dass die Patientin oder der Patient zum richtigen Zeitpunkt die richtige Menge Insulin bekommt und der Blutzucker immer im optimalen Bereich bleibt. Die Steuerung der Pumpe wird durch künstliche Intelligenz unterstützt.

Kein Unterzucker-Alarm mehr in der Nacht

Eine Frau zeigt die Insulinpumpe an ihrem Bauch unter ihrem grünen Pullover.

Bei der Steuerung der Insulinpumpe spielt künstliche Intelligenz eine Rolle.

In der Vergangenheit hatte Marina Sonntag häufig Über- oder Unterzucker. Ihr altes Messgerät schlug deshalb oft mehrmals in der Nacht oder tagsüber mitten in ihrem Berufsalltag als selbstständige Friseurmeisterin Alarm. Dann musste sie immer schnell handeln – bei Unterzucker etwas essen, bei Überzucker Insulin nachspritzen. Sowohl zu niedriger als auch zu hoher Blutzucker kann im Extremfall lebensbedrohlich sein.

Das Insulin-Abgabe-System lernt „seinen Menschen“ kennen

Gespräch zwischen Ärtzin und der Patientin, die sich eine kleine Blutprobe abnimmt.

Die Patientin wird in einem Gespräch über die Diabethesterapie aufgeklärt

„Mit der neuen Technologie müssen sich Menschen mit Diabetes-Typ-1 nicht mehr 24 Stunden am Tag um ihre Erkrankung kümmern“, sagt Chefarzt Dr. Markus Menzen. Das System lernt mit der Zeit, wie der Patient individuell auf Insulin reagiert und kann die Insulin-Abgabe immer genauer und vorausschauend anpassen. Nur vor Mahlzeiten und vor dem Sport muss der Anwender selber eine Eingabe machen, weil das System diese Aktivitäten nicht vorhersehen kann – noch nicht jedenfalls. Bei Marina Sonntag hat ihre gesetzliche Krankenkasse die Kosten übernommen. Wenn alles so funktioniert wie es soll, kann sie nun ohne Alarm arbeiten und schlafen.

Studiogast: Dr. Markus Menzen, Gemeinschaftskrankenhaus Bonn Verfügbar bis 20.04.2022

Stand: 20.04.2021, 12:39