Globalisierung erholt sich nach Corona-Einbruch

Links der Posttower, rechts ein Schild mit der Aufschrift "Deutsche Post" und "DHL". Beides aus der Froschperspektive.

Globalisierung erholt sich nach Corona-Einbruch

Von Jörg Sauerwein

Die Corona-Pandemie hat der Globalisierung deutlich weniger geschadet, als Experten noch im Frühjahr befürchtet haben. Zu diesem Schluss kommt der DHL Global Connectedness Index 2020.

Der Bericht, der zum siebten Mal den internationalen Grad der Globalisierung und seine Entwicklung betrachtet, wurde am Vormittag in Bonn vorgestellt. Der Dämpfer, den die Globalisierung durch die Corona-Pandemie erlitten hat, wird wohl nicht so stark wie in der Finanzkrise vor zwölf Jahren.

Internationaler Handel und Kapitalströme ziehen deutlich an

Ein Grund dafür ist, dass der internationale Handel und die Kapitalströme schon seit einigen Monaten wieder deutlich anziehen. Das ist eines der Ergebnisse des so genannten DHL Global Connectedness Index.

Die Autoren der New York University Stern School of Business waren vor allem überrascht von der schnellen Erholung beim Warenhandel, hieß es bei der Präsentation der Untersuchung in Bonn. Nach dem starken Einbruch im März und April sei schon im September wieder ein Niveau erreicht worden, das nur um zwei Prozent unter dem Niveau vor der Pandemie gelegen habe.

Stärkster globaler Einbruch bei Personenströmen

Den stärksten anhaltenden globalen Einbruch sieht der Index dagegen bei den Personenströmen. Nach einer UN-Prognose könnte der Ausfall bei Urlaubs- und Geschäftsreisen zum Jahresende bei 70 Prozent liegen. Dagegen sind die digitalen Informationsströme zum Beispiel durch unzählige Videokonferenzen in diesem Jahr um knapp 50 Prozent gestiegen – doppelt so stark wie in den vergangenen Jahren.

Stand: 03.12.2020, 13:17

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