Großdemo gegen Neubau der Leverkusener Brücke

Menschen demonstrieren gegen den Neubau der Leverkusener Brücke

Großdemo gegen Neubau der Leverkusener Brücke

  • Bürgerinitiativen und Fußballfans organisierten Protest in Leverkusen
  • Demo gegen geplante Öffnung einer Deponie für den Neubau der Rheinbrücke
  • Bürger und Anwohner befürchten Umweltgefahren und Feinstaub

Mit Plakaten und Sprechchören zog der bunte Protestzug aus Fußballfans, Umweltschützern und Familien mit Kindern am Samstag (18.11.2017) friedlich von der Innenstadt bis ins Stadion. Nach Angaben des Veranstalters sei die Zahl der Demonstranten am Mittag bereits auf 5.000 Menschen angestiegen. "Finger weg von der Deponie" oder "Nein zur Mega-Stelze" war auf ihren Transparenten zu lesen.

Gesundheitsgefahren befürchtet

Menschen demonstrieren gegen den Neubau der Leverkusener Brücke

Fußballfans und Umweltschützer Seite an Seite

Die Leverkusener Fangruppe "Nordkurve 12" und der Zusammenschluss von Bürgerinitiativen "Lev muss leben" hatten zu der Großdemonstration aufgerufen. Sie kämpfen gemeinsam gegen die Planungen rund um den Neubau der Leverkusener Brücke. Die Demonstranten befürchten Gesundheitsgefahren, weil die neue Brücke auf dem Gelände einer alten Mülldeponie errichtet werden soll. Die Planer vom Landesbetrieb Straßen.NRW sagen dagegen, es bestehe keine Gefahr für die Umwelt.

Protest gegen Feinstaub

Es ginge auch um die Frage, ob man sein Leben "in einem Feinstaubmoloch oder in einer Stadt mit sauberer Luft" verbringen wolle, so die Bayer-Fans in ihrem Aufruf zur Demo. "Dass sich jetzt die Bayer-04-Fußballfans politisch betätigen, Unterschriften gegen eine Öffnung der früheren Deponie sammeln und zur Demonstration gegen den Autobahnbau aufrufen", wirke "für die alten Widerständler wie ein Jungbrunnen", schreibt die Bürgerinitiative auf ihrer Homepage.

Bürgerinitiative kämpft für Tunnellösung

Seit Jahren schon wehren sich Bürger gegen die Planungen zum Brückenneubau. Sie wollen lieber einen langen Tunnel als eine große Brücke. Noch im Oktober 2017 hatte das Bundesverwaltungsgericht Klagen gegen den Neubau der maroden Leverkusener Rheinbrücke zurückgewiesen.

Die Rheinbrücke ist Teil des enorm stauanfälligen Kölner Autobahnrings. Über die Brücke rollt ein großer Teil des Fernverkehrs auf der Autobahn 1 in Richtung Belgien und Frankreich. Lastwagen dürfen die Brücke seit 2014 nicht mehr befahren. Sie müssen auf andere Strecken ausweichen.

Massive Verkehrsstörungen

Durch die Demonstration vor der außerdem am Samstag anstehenden Bundesligabegegnung im Leverkusener Stadion könne es im Stadtgebiet zu "massiven Verkehrsstörungen" kommen, warnt die Polizei.

Die Zufahrt nach Leverkusen über das Autobahnkreuz Leverkusen-West werde nicht möglich sein. Anreisende Besucher aus Richtung Autobahnkreuz Köln West oder Autobahnkreuz Köln Nord werden gebeten, bis zum Autobahnkreuz Leverkusen auf die A3 (Fahrtrichtung Frankfurt) zu fahren und dann über die Ausfahrt "Leverkusen Zentrum" in Richtung Stadion zu fahren.

Stand: 18.11.2017, 14:41