Demonstrierende Schüler zum Erhalt des Gymnasiums Nonnenwerth

Schüler demonstrieren für Gymnasium Nonnenwerth

Stand: 03.11.2021, 14:28 Uhr

Mit einem Protestzug auf der B9 in Remagen haben am Mittwochmorgen mehr als 400 Kinder und Jugendliche für den Erhalt des Franziskaner-Gymnasiums Nonnenwerth demonstriert. Denn die Zukunft der Privatschule ist ungewiss.

Von Anne Burghard

Mit dabei: Auch zahlreiche Ehemalige, Eltern und Lehrkräfte. Schon um sieben Uhr sammelten sie sich am Bahnhof Rolandseck und zogen dann zur Anlegestelle der Fähre zur Rhein-Insel Nonnenwerth. Es fehlt unter anderem Geld, das Gebäude zu sanieren.

Gravierende Brandschutzmängel

Vor allem die Schülerinnen und Schüler haben Angst, dass ihr Gymnasium geschlossen wird. Schülersprecherin Alina Münz (16): „Mir und uns ist diese Schule sehr wichtig, denn sie ist etwas ganz Besonderes. Wir müssen alles tun, damit sie erhalten bleibt.

Doch im Sommer war war das Gymnasium schon vorübergehend geschlossen worden - wegen gravierender Brandschutzmängel. Der private Schulbetreiber und Inselbesitzer Peter Soliman schickte die Kinder in den Distanzunterricht. Nur weil die Klassenräume in andere Gebäudebereiche verlegt wurden, kann inzwischen wieder Präsenzunterricht stattfinden. Eine teure Brandschutz-Sanierung steht aber noch aus. Die Finanzierung dafür ist nicht geklärt.

Pläne für Wohnungen

Was die Kinder, Eltern und auch Lehrkräfte weiter verunsichert: Es sind Pläne für Wohnungen aufgetaucht, die in einem Teil des historischen Kloster- und Schulgebäudes auf der Insel Nonnenwerth entstehen könnten. Der private Schulbetreiber Peter Soliman hat sich dazu bisher nicht geäußert, auch nicht darüber, wie der Schulbetrieb weiter laufen soll.

Er sagte aber auf Anfrage des WDR: „Unser Ziel ist es, das Gymnasium auf Nonnenwerth zu retten. Jetzt geht es darum, diesen Wünschen und Ankündigungen der Politik konkrete Maßnahmen folgen zu lassen und langfristig tragfähige Lösungen für die erhebliche Brandschutz-Problematik zu finden." Dabei gehe es um Kosten von mindestens 10 Millionen Euro.

Runder Tisch in Bad Honnef

Eine Lehrerin hatte sich angeboten, den Schulbetrieb zu übernehmen. Sie zog sich aber vorerst zurück, als ihr vertrauliches Angebot in die Öffentlichkeit gelangte. Dem WDR sagte sie aber, sie werde weiter helfen, die Schule zu retten. Das will auch der Förderverein des Gymnasiums, das so genannte Schulwerk. Dort engagieren sich Eltern, Ehemalige und Sponsoren. Sie suchen nach einer Lösung und wollen gegebenenfalls den Schulbetrieb selbst übernehmen.

Mit dem Betreiber konnte sich das Schulwerk dazu aber bisher nicht einigen. Eltern und Kommunalpolitikerinnen und Politiker haben unterdessen eine Petition an den Rheinland-Pfälzischen Landtag ins Leben gerufen. Auf einer Internet-Plattform fordern bereits mehr als 5.000 Unterzeichnende den Erhalt des Gymnasiums Nonnenwerth.

Für den Mittwochabend (3.11.2021) hat der Bürgermeister von Bad Honnef, Otto Neuhoff, zu einem Runden Tisch geladen, um die Wogen zu glätten.

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