3.000 Menschen haben am Tagebau Garzweiler demonstriert

Bei dem Demonstrationszug aus Keyenberg zeigen Demonstranten ihre Hände mit dem Aufschrift «Alle Dörfer Bleiben».

3.000 Menschen haben am Tagebau Garzweiler demonstriert

Am Braunkohletagebau Garzweiler haben rund 3.000 Menschen am Sonntag für den Erhalt der Dörfer demonstriert. Mehr als 20 Initiativen und Umweltverbände hatten zu der Großdemo aufgerufen.

Das Motto der Demonstration: "Alle Dörfer bleiben! Jetzt erst recht!" Für den heranrückenden Tagebau werden derzeit noch fünf Erkelenzer Ortschaften umgesiedelt. Viele Häuser stehen bereits leer, aber es gibt auch Menschen, die ihre Heimat nicht aufgeben wollen.

Zur Demo aufgerufen hatte ein bundesweites Bündnis von Umweltverbänden und Klimagruppen. Zu den Unterstützern der Demonstration gehörten unter anderem Greenpeace, Fridays for Future und der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND). Die Veranstalter rechneten bereits im Vorhinein mit rund 3.000 Teilnehmern. Von der Polizei waren mehrere Hunderschaften aus ganz NRW im Einsatz. Die Proteste verliefen friedlich.

Menschenkette einmal ums Dorf

Die Menschen wollten einen früheren Ausstieg aus der Braunkohle als 2038, wie von der Bundesregierung beschlossen, sagte eine Sprecherin des Bündnisses "Alle Dörfer bleiben". Wenn Deutschland die Pariser Klimaziele erreichen wolle, dann werde auch die Kohle unter den Dörfern nicht mehr benötigt.

Bagger am Morgen besetzt

Aktivisten von Extinction Rebellion auf einem Braunkohlebagger

Klimaaktivisten hatten am frühen Sonntagmorgen zeitweise einen Kohlebagger im Tagebau Garzweiler besetzt. Einige von ihnen hätten sich mit Kunstblut übergossen, teilte die Umweltschutzbewegung Extinction Rebellion mit.

Der Bagger sei nicht in Betrieb gewesen, sondern für Reparaturen vorgesehen, teilte ein RWE-Sprecher mit. Auch ein Förderband wurde von den Demonstranten besetzt. Nach mehreren Stunden hatte die Polizei die Blockade aufgelöst.

Vertreter des Bündnisses vor Ort

Die Vertreter von Greenpeace, Fridays for Future und des BUND versammelten sich bereits am Sonntag Morgen vor dem Beginn der Demonstration an der Abbruchkante und warben für das Ende des Tagebaus im Sinne des Klimaschutzes.

Luisa Neubauer von der Bewegung Fridays for Future forderte einen Kohleausstieg bis 2030, um die Klimaziele zu erreichen. Die Bundesregierung hatte einen Ausstieg bis zum Jahr 2038 beschlossen. Dirk Jansen vom BUND forderte den Erhalt der Ortschaften, die derzeit für den Tagebau umgesiedelt werden.

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Demo am Tagebau Garzweiler: Protestmarsch nach Lützerath

Im Ort Keyenberg hielt ein Teil der Demonstranten zunächst eine Mahnwache ab. Zu Fuß machten sie sich dann auf den Weg von Keyenberg nach Lützerath zu einer Kundgebung.

Demonstrationszug nach Lützerath

Demonstrationszug nach Lützerath

Demonstrationszug nach Lützerath

Teilnehmer versammeln sich

Ein Banner der Demonstranten

Auch Traktoren sind Teil des Protestzugs

Teilnehmer mit selbst erstellten Plakaten

Demonstranten mit Mund-Nasenschutz-Masken

Schild mit Ortsnamen

Polizeipräsident Dirk Weinspach im Gesprächt mit Demonstranten

Menschenkette in Lützerath

Der Protestzug erreicht Lützerath

Teilnehmer bei der Kundgebung

Demonstranten bilden Menschenkette

Der Fußmarsch der Demonstranten startete mit rund 1.000 Teilnehmern, schlussendlich nahmen laut Veranstalter rund 3.000 Demonstranten an den Protesten teil. Um die kleine Ortschaft Lützerath herum bildeten die Teilnehmer eine Menschenkette, während im Ort selbst eine Kundgebung des Bündnisses für den Klimaschutz lief.

Pariser Klimaziele werden verfehlt

Die Klimabewegung will einen deutlich früheren Ausstieg aus der Kohle erreichen. 2038 – wie von der Bundesregierung beschlossen – sei zu spät, hieß es.

Die Klimabewegung stützt sich auf Aussagen von Wissenschaftlern: Diese betonen, dass die Pariser Klimaziele für Deutschland nur mit einem deutlich früheren Kohleausstieg erreicht werden können. Die Kohle unter den Erkelenzer Dörfern werde nicht mehr benötigt, erklärte eine Sprecherin des Organisationsteams.

Proteste gegen den Braunkohletagebau Garzweiler II

02:40 Min. Verfügbar bis 30.08.2021

Stand: 30.08.2020, 20:20