Düren wächst - Stadt analysiert Bevölkerungsstruktur

Das Rathaus am Kaiserplatz in Düren bei blauem Himmel

Düren wächst - Stadt analysiert Bevölkerungsstruktur

Die Stadt Düren will sich mittelfristig stärker um Senioren kümmern. Das ist eine Konsequenz aus dem neuen Demografie-Monitor.

Das hat Bürgermeister Frank-Peter Ullrich als eine Konsequenz aus dem neuen Demografie-Monitor für die Stadt angekündigt. Konkrete Inhalte sollen noch erarbeitet werden.

Schlaglichter aufs Alter

Drei Schlaglichter, die zeigen, wie wichtig ein Blick auf die Bevölkerungsentwicklung ist: Mehr als jeder vierte der 93.000 Dürener ist über 60 Jahre alt, allein wohnende Senioren machen schon jetzt gut 40 Prozent der Ein-Personen-Haushalte in der Stadt aus.

Die Zahl der 100-Jährigen in Düren hat sich in nur einem Jahr sogar mehr als verdoppelt - von neun auf 19. Und laut Demografie-Monitor könnte 2040 das Durchschnittsalter in einzelnen Stadtteilen bei stolzen 70 Jahren liegen. Da reicht es nach Ansicht der Stadt nicht aus, dass die Hochbetagten sich wohnortnah mit Lebensmitteln versorgen können. Da müsse ein "sorgendes Umfeld" geschaffen werden, das vieles mehr absichert.

Daten für 2020 bis 2040

Der dritte Demografie-Monitor 2020-2040 listet auf siebzig Seiten den Ist-Zustand auf. Danach steht die Stadt nicht viel anders dar als vergleichbare Kommunen. Aber als eine der wenigen Städte schaut Düren genau hin, wie sich Alt und Jung, Familien und Alleinlebende, wie sich Geburten-, Sterbezahlen und Zuwanderung entwickeln.

Noch selten: eine zentrale Planungskonferenz

In der Verwaltung gibt es dafür eine Ämter übergreifende Planungskonferenz. Dort wird diskutiert, welche Konsequenzen aus den Daten zu ziehen sind. Ein "Tunnel-Blick" auf Spezialgebiete wie Schulen, Baugebiete oder Verkehr soll so vermieden werden. Je nach Bedarf werden etwa neue Baugebiete geplant, um eine Vergreisung zu verhindern, oder eben soziale Angebote für Senioren.

Kinder, Alleinerziehende und Zukunftspläne

Apropos Kinder: Die Jüngsten leben in Düren vor allem in Vierteln um den Stadtkern herum. Jeder vierte Haushalt mit Kindern in Düren ist alleinerziehend - immerhin fast 2.200. Wie sich die Haushalte in der Stadt zusammensetzen, diese Frage ist der Schwerpunkt für den aktuellen Monitor. Wo die Bedürfnisse der Jüngsten und/oder die ihrer Eltern berücksichtigt werden müssen, auch dafür liefert der Demografie-Monitor die Grundlage.

Düren wird älter, aber auch größer

Über eine Entwicklung freut sich Düren seit langem: Die Einwohnerzahl wächst seit den 1980er Jahren beständig. Vor allem junge Familien ziehen nach Düren, Zuzügler von der Rheinschiene und aus vielen Nationen. Derzeit werden knapp 93.000 Dürener gezählt. "Wir heißen alle willkommen", sagt Bürgermeister Frank Peter Ullrich.

Stand: 20.01.2021, 15:30