1.500 Demonstranten in Köln gegen Uploadfilter im Internet

Google in Handschellen

1.500 Demonstranten in Köln gegen Uploadfilter im Internet

  • 1.500 Demonstranten gegen geplante Reform des Urheberrechts
  • Protestzug zog durch Kölner Innenstadt
  • Auftakt zu europaweiten Straßendemos

Vor allem viele junge Menschen sind am Samstagnachmittag (16.02.2019) in einem großen Demonstrationszug vom Kölner Neumarkt auf den Roncalliplatz vor den Dom gezogen. Sie wollten damit gegen die geplante Reform des Urheberrechts protestieren.

Youtuber hatten zuvor über die sozialen Netzwerke ihre Fans zum Protest aufgerufen. Innerhalb von zwei Tagen hatte sich die Nachricht verbreitet. Nach Polizeiangaben folgten rund 1.500 Menschen dem Aufruf. Mit "Stopp die Zensur"-Rufen zogen sie durch die Innenstadt.

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Die Europäische Union plant eine Reform des Urheberrechts. Internet-Plattformen wie Google, YouTube oder Facebook sollen verpflichtend prüfen, ob hochgeladene Inhalte wie Filme, Musik oder Literatur urheberrechtlich geschützt sind und entsprechend Lizenzgebühren bezahlen.

Ziel ist es, Kunst- und Medienschaffende für ihre Inhalte besser zu bezahlen. Ebenfalls betroffen wären die kleinen Artikel-Ausschnitte, die bei Google News gezeigt werden.

EU will Uploadfilter - was bedeuten sie für den Internetnutzer?

WDR 5 Profit - aktuell 13.06.2018 03:45 Min. WDR 5

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Kritiker befürchten allerdings, dass Videoportale wie Youtube oder Spieleplattformen wie Twitch nach der Reform nur noch eingeschränkt funktionieren und Inhalte zensiert würden. Außerdem sehen sie in der Reform einen Angriff auf ihre Gemeinschaft.

Die Demonstration in Köln sollte der Auftakt zu diversen Aktionen in Europa sein, um die Reform noch zu verhindern. Am 23. März 2019 soll es europaweit Straßendemos geben - auch, um Druck vor der Europawahl auszuüben.

Zu dieser Demonstration ruft auch die Piratenpartei auf. "Die Urheberrechtsreform führt zu einer massiven Einschränkung der freien Meinungsäußerung im Internet und auch die Pressefreiheit sehe ich beschnitten", erklärte der Bundesthemenbeauftragte für Urheberrecht der Piratenpartei Deutschland, Jonathan Babelotzky dazu.

Am vergangenen Mittwoch (14.02.2019) hatten sich Vertreter des Europaparlaments, der EU-Staaten und der Europäischen Kommission auf die Reform verständigt. Die Einigung muss aber noch vom Parlament und den EU-Staaten bestätigt werden.

Normalerweise ist das reine Formsache, weil die Debatte jedoch so aufgeladen ist, könnte die Reform hier allerdings noch scheitern. Stimmen beide Seiten zu, haben die EU-Länder zwei Jahre Zeit, die neuen Regeln in nationales Recht umzuwandeln.

Stand: 17.02.2019, 10:06