Nach Kritik an Bürgermeister: Großdemo gegen Rechts in Mettmann

Mettmanns Bürgermeister Thomas Dinkelmann

Nach Kritik an Bürgermeister: Großdemo gegen Rechts in Mettmann

  • Bündnis plant Kundgebung in Mettmann
  • Reaktion auf Demo von rechtsextremistischer Partei
  • Kritik an Bürgermeister

Parteien, Kirchen, Einzelhändler und Bürger haben in Mettmann für Samstag (23.03.2019) ab 11 Uhr eine große Demo gegen Rechts organisiert. Anlass ist die Demonstration einer rechten Gruppierung am vergangenen Wochenende.

Dafür hatte Thomas Dinkelmann, Bürgermeister in Mettmann, zuletzt viel Kritik einstecken müssen. Er hatte im Vorfeld des Aufmarschs der rechtsextremistischen Kleinpartei "Der dritte Weg" am vergangenen Samstag (16.03.2019) beschlossen, niemanden darüber zu informieren.

Ausschreitungen durch Stillschweigen verhindert?

Dinkelmann wollte nach eigenen Angaben verhindern, dass noch mehr rechte Sympathisanten oder gewaltbereite Gegendemonstranten nach Mettmann kommen. Es sei nicht seine Aufgabe, "Widerstand gegen eine vom Gesetz geschützte Veranstaltung zu organisieren." Zudem läge es nicht in seinem Interesse, "durch eigenmächtige Veröffentlichungen eine nicht mehr zu steuernde Eskalation zu fördern."

Die rechten Demonstranten zogen nahezu unbehelligt durch Mettmann, Ausschreitungen gab es keine. Das feiert die rechte Partei auf ihrer Internetseite und kündigt weitere Veranstaltungen in Mettmann an. Die Polizei ermittelt wegen einer verbotenen Uniformierung.

Bürger, Einzelhändler und Politiker empört

"Haltung muss an die Stelle von Angst treten", kommentiert ein Sprecher der Mettmanner Einzelhändler die Entscheidung des Bürgermeisters. Der Aufmarsch der Rechten habe viele Bürger schockiert, sagt Jens-Christian Holtgreve. Deswegen wollen er und seine Kollegen den Bürgern am Samstag bei einer Kundgebung auf dem Königshofer Platz die Gelegenheit geben, ihre Sorgen und Ängste zu formulieren. "Wir müssen für die Werte der Demokratie einstehen", so Holtgreve.

Auch die Parteien sind sich einig: So etwas dürfe nicht noch einmal vorkommen. Grünenchef Nils Lessmann sagt, dass Dinkelmanns Motive zwar nachvollziehbar seien, er hätte aber zumindest die Ratsfraktionen informieren müssen.

Stand: 22.03.2019, 11:39