Sankt Augustin: Demo gegen Schließung der Kinderklinik

Demo vor der Kinderklinik Sankt Augustin

Sankt Augustin: Demo gegen Schließung der Kinderklinik

Von Anne Burghard

  • Demo gegen Schließung der einzigen Kinderklinik im Rhein-Sieg-Kreis
  • Herz-Spezialisten wechseln an Bonner Uniklinik
  • Gespräche mit NRW-Landesregierung ohne Ergebnis

Aufgerufen zu der Demonstration hatte der Selbsthilfe-Verein Spina Bifida und Hydrocephalus NRW. Dessen Vorsitzender Walter Bass machte deutlich, warum aus seiner Sicht die Schließung ein Problem ist:

"Das ist in NRW die einzige Klinik, in der Kinder mit Spina Bifida, also mit offenen Rücken, umfassend behandelt werden - sowohl neurologisch als auch urologisch und orthopädisch. In ganz Deutschland kenne ich das so nicht. Nur die Klinik in Hannover hat ein ähnliches Angebot."

Zudem ist das Hospital in Sankt Augustin ist die einzige Kinderklinik im Rhein-Sieg-Kreis. Die nächsten Kinderkrankenhäuser sind in Köln und Bonn.

Der Betreiber-Konzern Asklepios droht damit, das Sankt Augustiner Krankenhaus dicht zu machen, wenn die NRW-Landesregierung keine Zuschüsse zahlt.

Asklepios hat bereits Mittel zur Schließung aus einem Strukturfonds des Bundes beantragt. Mit diesem Geld will er die Klinik-Auflösung abwickeln.

Der Hintergrund: 48 Mitarbeiter des Kinder-Herz-Zentrums haben gekündigt, darunter die beiden Chefärzte und Herz-Spezialisten. Sie wechseln zum Herz-Zentrum der Uniklinik Bonn.

Dort wird im Herbst eine neue, vom Land NRW geförderte Eltern-Kind-Abteilung eröffnet. Sie ist an das Herz-Zentrum und an die Geburtsstation der Uniklinik angeschlossen.

Asklepios: Nicht wirtschaftlich zu betreiben

Dem Klinik-Konzern Asklepios ist es bis jetzt nicht gelungen, neue Herz-Spezialisten zu finden. Und ohne das Herz-Zentrum sei die übrige Kinderklinik nicht wirtschaftlich zu betreiben, so Asklepios. Das Kinderkrankenhaus büße 45 Prozent der Einnahmen ein.

Entscheidung voraussichtlich erst 2020

Asklepios fordert Zuschüsse von der NRW-Landesregierung. Sollten diese fließen, werde der Konzern nur das Kinder-Herz-Zentrum schließen und das restliche Krankenhaus erhalten.

Wie aus internen Kreisen verlautete, sind erste Gespräche mit der NRW-Landesregierung am Freitag (05.07.2019) ergebnislos verlaufen. Eine Entscheidung, hieß es, sei erst nächstes Jahr zu erwarten.

Stand: 06.07.2019, 16:21