Mindestens 20.000 demonstrieren in NRW gegen Uploadfilter

Europaweite Proteste gegen Uploadfilter Aktuelle Stunde 23.03.2019 07:15 Min. UT Verfügbar bis 23.03.2020 WDR Von Sascha Schwarz

Mindestens 20.000 demonstrieren in NRW gegen Uploadfilter

  • Proteste gegen EU-Urheberrechtsreform
  • Größte Demo in Köln
  • Laut Polizei rund 20.000 Demonstranten in NRW

Am europaweiten Protesttag gegen die geplante EU-Urheberrechtsreform und mögliche Uploadfilter haben am Samstag (23.03.2019) in NRW rund 20.000 Menschen gegen die Pläne demonstriert. Das ergeben die Zahlen, die die Polizei dem WDR am Samstagabend genannt hat.

Nach Veranstalter-Angaben waren es deutlich mehr. Sie sprechen allein für Köln von 15.000 Teilnehmern.

Mit Kreativität gegen Uploadfilter

Der Protest gegen die geplante EU-Urheberrechtsreform hat am Samstag einen neuen Höhepunkt erreicht. Impressionen von den Demos in Köln und Düsseldorf.

Demo gegen Uploadfilter in Köln

Der Protest gegen die geplante EU-Urheberrechtsreform hat am Samstag (23.03.2019) einen neuen Höhepunkt erreicht: Nach Schätzungen der Polizei mobilisierten die Demos in mehreren NRW-Städten rund 20.000 Teilnehmer.

Der Protest gegen die geplante EU-Urheberrechtsreform hat am Samstag (23.03.2019) einen neuen Höhepunkt erreicht: Nach Schätzungen der Polizei mobilisierten die Demos in mehreren NRW-Städten rund 20.000 Teilnehmer.

In Köln versammelten sich laut Polizei 8.000 Demonstranten unter dem Motto "Rettet das Internet" - es war der landesweit größte Protestzug. Die Veranstalter nannten fast doppelt so hohe Teilnehmerzahlen.

Vor allem junge Leute waren dem Aufruf gefolgt und protestierten gegen die von ihnen befürchteten Einschränkungen der Meinungsfreiheit.

Bei den Transparenten und Plakaten hatten viele ihrer Kreativität freien Lauf gelassen.

Sind Einschränkungen beim Upload undemokratisch? Dieser Teilnehmer ist davon überzeugt.

Die Demonstranten sind nach eigenen Angaben nicht generell gegen eine Reform des Urheberrechts. Sie kritisieren aber die Umsetzung.

In Düsseldorf hatten sich ebenfalls rund 4.000 Demonstranten versammelt. Nach Polizeiangaben gab es keine besonderen Zwischenfälle.

In Köln gingen laut Polizei 8.000 Menschen auf die Straße. Eine WDR-Reporterin berichtete von einer sehr kreativen Demo, mit vielen selbst gebastelten Schildern, vielen jungen Menschen, Familien mit Kindern, aber auch einigen älteren Teilnehmern.

Besonders am Kölner Dom hätten viele Zuschauer die Demonstranten unterstützt. Laut Polizei verlief die Demo friedlich.

Rund 20.000 Demonstranten in NRW

Dem WDR nannte die Polizei für folgende NRW-Städte am Samstagabend diese Teilnehmerzahlen (von Seiten der Veranstalter war teils von doppelt so vielen Demonstranten die Rede):

StadtTeilnehmerzahl
Köln8.000
Düsseldorf4.000
Dortmund3.500
Bielefeld1.000
Aachen1.000
Münster1.000
Paderborn500
Lippstadt100

Worum geht es bei den Protesten? Die Europäische Union will das Urheberrecht ans Internet-Zeitalter anpassen. Internet-Plattformen wie Google, YouTube oder Facebook sollen verpflichtend prüfen, ob hochgeladene Inhalte wie Filme, Musik oder Literatur urheberrechtlich geschützt sind.

Um dies aber angesichts der Menge der Inhalte überhaupt zu schaffen, müssten sie eine bestimmte Technik einsetzen, so genannte Uploadfilter. Der Filter verhindert dann, dass Inhalte überhaupt hochgeladen werden können.

Kritiker befürchten, dass damit eine Zensur im Netz und eine Einschränkung der Meinungsfreiheit einhergeht. Was urheberrechtlich geschützt ist, könnte von Usern nicht mehr genutzt werden. Auch könne der Filter Ironie oder Satire nicht erkennen. Zulässige Veränderungen könnten also ebenfalls herausgefiltert werden.

Auch fürchten Kritiker, dass Internetplattformen wie Youtube von vornherein mehr Inhalte als eigentlich notwendig blockieren, um nicht in Haftung genommen werden zu können.

Urheber: Wie arbeitet der Upload-Filter?

WDR 5 Töne, Texte, Bilder - Interviews 16.02.2019 07:06 Min. Verfügbar bis 15.02.2020 WDR 5

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Im EU-Parlament gibt es zurzeit eine knappe Mehrheit für das neue Urheberrecht. Der SPD-Abgeordnete Tiemo Wölken betonte allerdings, es gebe im Parlament noch Bemühungen, Artikel 13 bis zu Abstimmung aus dem Text zu streichen.

Am Sonntagmittag hat die SPD auf ihrem Europa-Konvent einen Antrag beschlossen, der sich gegen die umstrittenen Upload-Filter wendet.

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Voraussichtlich am Dienstag (26.03.2019) will das EU-Parlament über die Reform abstimmen.

Stand: 23.03.2019, 19:24