Tausende ziehen durch Düsseldorf: Gewerkschaften erhöhen Druck im Tarifstreit

Streikende sind mit ihren Plakaten und Schildern am Landtag angekommen.

Tausende ziehen durch Düsseldorf: Gewerkschaften erhöhen Druck im Tarifstreit

Vor der dritten Verhandlungsrunde haben Tausende Beschäftigte im öffentlichen Dienst vor dem Düsseldorfer Landtag auf sich aufmerksam gemacht. Sie fordern unter anderem fünf Prozent mehr Einkommen.

Es war laut, es war bunt und es war voll vor der Bühne am Düsseldorfer Landtag. Am Donnerstag haben Beschäftigte des öffentlichen Diensts im Tarifstreit gezeigt, wie unzufrieden sie mit ihren Arbeits- und Lohnverhältnissen sind. Mit Trommeln, Pfeifen, Fahnen, Luftballons, Konfetti und unzähligen Plakaten sind laut Verdi rund 4.000 Beschäftigte durch die Düsseldorfer Innenstadt bis vor den Landtag gezogen.

Grün angemalt, auf Stelzen und mit einem Blaulicht auf dem Kopf: Die Gewerkschaft der Polizei wusste, auf sich aufmerksam zu machen.

Grün, auf Stelzen und mit Blaulicht: Die Gewerkschaft der Polizei wusste, auf sich aufmerksam zu machen.

Ziel und Zweck der Kundgebung in den Worten von Verdi-Chef Frank Werneke: "Ein starkes Signal aus Düsseldorf nach Potsdam." Dort geht es am kommenden Wochenende in die dritte Verhandlungsrunde zwischen Arbeitnehmern und der Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL). Wegen des Konflikts ist es auch am Donnerstag wieder zu Warnstreiks beispielsweise an den Uni-Kliniken in Düsseldorf und Essen gekommen.

Auf der Bühne sprach der Verdi-Chef von mangelndem Respekt, der den Beschäftigten von der TdL entgegengebracht würde. Nach wochenlangen Verhandlungen im Tarifstreit um die Bezahlung der im öffentlichen Dienst Beschäftigten liege immer noch kein Angebot der Arbeitgeber vor. "Das ist erbärmlich, wie ihr euch bislang verhaltet", richtete Werneke seinen Appell an die Verhandlungsführer der Länder.

Stimmung aufgeheizt, Beschäftigten sauer

Was vor dem Landtag zu spüren war, bestätigte Verdi-NRW-Chefin Gabriele Schmidt schon im Vorfeld. Die Stimmung sei aufgeheizt, die Beschäftigten sauer: "Gerade auch, weil sie in dieser Phase der Pandemie auf die Straße gehen müssen, weil die Arbeitgeber null bieten", erklärte Schmidt am Donnerstag im WDR 5 Morgenecho.

Tarifkonflikt: "Geld heißt auch Anerkennung"

WDR 5 Morgenecho - Interview 25.11.2021 03:28 Min. Verfügbar bis 25.11.2022 WDR 5


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Verdi fordert für die Beschäftigten im öffentlichen Dienst unter anderem eine Einkommenserhöhung um fünf Prozent, mindestens aber 150 Euro bei einer Laufzeit von einem Jahr. Noch einen Schritt weiter geht die Gewerkschaft im Gesundheitswesen: Dort sollen die Löhne und Gehälter tabellenwirksam - also im Gegenteil zu einer Einmalzahlung - um 300 Euro pro Monat angehoben werden.

"Auf beiden Seiten Willen zu einer Einigung"

Seit Wochen machen die Beschäftigten mit Warnstreiks im öffentlichen Dienst auf sich aufmerksam - vor allem auch an Uni-Kliniken. Schmidt verteidigte den Zeitpunkt der Warnstreiks, auch wenn diese mitten in die Corona-Pandemie fallen. Gerade im Gesundheits- und Pflegewesen herrsche ein "wahnsinniger Arbeitsdruck". Man streike daher mit Bedacht, Maske und Abstand.

Niedersachsens Finanzminister Reinhold Hilbers (CDU) stimmt als Verhandlungsführer der TdL unterdessen versöhnlichere Töne an. Er sehe "auf beiden Seiten den Willen zu einer Einigung." Ob dem tatsächlich so ist, könnte sich kommendes Wochenende also in Potsdam zeigen.

Stand: 25.11.2021, 14:20